Afrikas größte Fluggesellschaft Ethiopian Airlines gab am Montag den Kauf von sechs weiteren Boeing 787-9 Dreamlinern bekannt. Damit treibt die Airline den Ausbau ihres Langstreckennetzes in Afrika sowie nach Nordamerika, Europa und Asien voran.

Mesfin Tasew, CEO der Ethiopian Airlines Group, erklärte gegenüber Reuters nach einer feierlichen Unterzeichnung am Boeing-Hauptsitz nahe Washington, dass das Unternehmen sechs Optionen in Festaufträge umgewandelt habe. Zuvor hatte die Airline bereits 20 neue Maschinen des Typs 787 bestellt, davon allein neun im Januar.

Laut Tasew wird die Auslieferung der insgesamt 26 Maschinen des Typs 787 im Jahr 2028 beginnen.

"Wir bedienen etablierte Strecken, auf denen wir größere Flugzeuge benötigen", sagte er mit Blick auf Verbindungen innerhalb Afrikas. "Zudem gibt es Routen, die wir gerne bedienen würden, was uns jedoch aufgrund von Kapazitätsengpässen bisher verwehrt blieb - wie etwa Australien."

An der Zeremonie nahmen auch Vertreter der Trump-Administration teil, für die die Förderung von Boeing-Exporten eine Priorität darstellt.

Tasew erörterte mit US-Regierungsvertretern in Washington zudem das 12,5 Milliarden Dollar schwere Bauprojekt für den neuen Flughafen in Bishoftu, der nach seiner Fertigstellung im Jahr 2030 der größte Airport Afrikas sein soll.

"Der neue Flughafen wird eine Kapazität von 60 Millionen Passagieren haben und über modernste Einrichtungen verfügen", so Tasew. "Wir wollen, dass dieser Flughafen das Dubai oder das Istanbul Afrikas wird."

Die staatliche Fluggesellschaft erhielt den Zuschlag für die Planung des Flughafens mit vier Start- und Landebahnen in der Stadt, die etwa 45 km südöstlich von Addis Abeba liegt. Die Bauarbeiten begannen im Januar.

Die neue Anlage wird über mehr als das Vierfache der Kapazität des derzeitigen Hauptflughafens Äthiopiens verfügen, der in den nächsten zwei bis drei Jahren seine Belastungsgrenze erreichen wird.

Zu den Geldgebern gehört die Afrikanische Entwicklungsbank, die im August ankündigte, einen Kredit in Höhe von 500 Millionen Dollar zu gewähren und die Bemühungen zur Mobilisierung weiterer 8,7 Milliarden Dollar anzuführen.

"Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz der US-Finanzinstitute", sagte Tasew. "Mehrere von ihnen haben bereits Interesse an einer Beteiligung bekundet."