Analysen zu den entscheidenden Entwicklungen an den globalen Energiemärkten

Von Ron Bousso, ROI Energy Kolumnist

Der fragile, zweimonatige Waffenstillstand zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran wurde am Sonntag erneut erschüttert. Als Reaktion auf Angriffe in Beirut feuerte der Iran eine Raketensalve auf Israel ab, woraufhin Israel eigene Angriffe im Iran startete. Israels Reaktion widersprach deutlich den Wünschen von Präsident Donald Trump, der weiterhin darauf beharrt, dass ein Friedensabkommen kurz bevorstehe, obwohl es bislang kaum Anzeichen für signifikante Fortschritte gibt.

Das israelische Militär gab bekannt, mehrere Schläge im gesamten Iran durchgeführt zu haben, darunter gegen eine petrochemische Anlage in Mahshahr. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, sie hätten daraufhin eine vergleichbare Anlage in der nordisraelischen Stadt Haifa ins Visier genommen. Bislang liegen keine Berichte über iranische Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Golfregion vor.

Die Ölmärkte reagierten auf die Eskalation mit einem Kurssprung. Der Preis für Brent-Rohöl stieg auf über 98 Dollar pro Barrel, bevor er die Gewinne teilweise wieder abgab, nachdem der Iran das Ende seiner Operation gegen Israel verkündet hatte. In jedem Fall liegen die Ölpreise deutlich unter dem jüngsten Hoch von 118 Dollar, das nach Beginn der Kämpfe im März erreicht wurde, und bewegen sich damit weiterhin im Rahmen der Handelsspanne der letzten zwei Jahrzehnte.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der größte Ölversorgungsschock seit Jahrzehnten geht in seinen vierten Monat, und eine Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht. Dennoch bleibt der Markt in einer Range gefangen und zeigt sich überraschend ruhig. Diese Diskrepanz spiegelt eine unbequeme Realität wider: Die wichtigsten Treiber des heutigen Energiemarktes sind eine Vielzahl von Unbekannten. Mehr dazu in meiner aktuellen Kolumne.

Weitere Meldungen:

o Europas Bemühungen zum Wiederaufbau der Erdgasvorräte werden primär von globalen LNG-Strömen und Speicherzielen bestimmt. Doch eine weitere, oft unterschätzte Hürde liegt weiter südlich - in den alpinen Reservoirs, die das italienische Wasserkraftsystem stützen, schreibt Gavin Maguire, ROI-Kolumnist für Energiewende.

o Besonders lesenswert: Eine wohlhabende Gruppe von CEOs, Prominenten und Sportstars trotzt den explodierenden Kerosinpreisen und nutzt Privatjets in größerem Umfang als je zuvor, um zu glanzvollen Events wie dem Großen Preis von Monaco oder den Filmfestspielen von Cannes zu reisen.

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