Ein Anstieg der Energiepreise infolge des Krieges im Iran und die „unberechenbare“ Handelspolitik der Vereinigten Staaten werden die wirtschaftliche Erholung Deutschlands in diesem Jahr voraussichtlich nur leicht dämpfen, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch mit.

Das Institut, einer der wichtigsten Wirtschaftsprognostiker Deutschlands, erwartet für dieses Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1 % und für 2027 von 1,4 %, nach einem Wachstum von 0,2 % im Jahr 2025.

Die Erholung setzte sich Anfang 2026 dank des starken öffentlichen Konsums und eines schrittweisen Anstiegs der staatlichen Investitionen – zunächst in die Verteidigung und später in die Infrastruktur – fort, so das Institut.

Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, viele der Zölle von Präsident Donald Trump aufzuheben, hatte bislang keine spürbaren Auswirkungen auf die deutschen Exporte, da Trump anschließend eine 150-tägige weltweite Abgabe von 10 % einführte, hieß es weiter.

Unterdessen ist der jüngste Anstieg der Energiepreise infolge eines eskalierenden Konflikts im Nahen Osten deutlich geringer als während der Energiekrise von 2022-2023, so das DIW.

Unter der Annahme, dass der stärkste Preisschub hinter uns liegt und die Öl- und Gaspreise nur noch moderat steigen werden, könnten diese die Inflation in diesem Jahr um 0,4 Prozentpunkte erhöhen und das Wachstum um 0,1 bis 0,2 Punkte dämpfen, so das Institut.

„Insgesamt wird dies die Erholung der deutschen Wirtschaft verlangsamen, aber nicht stoppen“, erklärte das DIW.

Es prognostiziert eine Inflationsrate von 2,4 % für 2026 und von 2,3 % für das nächste Jahr, da es keine weiteren Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank voraussieht.