Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer gab am Donnerstag bekannt, dass seine Sparte für Verkehrsflugzeuge über einen Auftragsbestand von mehr als 15 Mrd. USD verfügt. Zudem seien die wesentlichen Triebwerksprobleme, die seine E2-Jets der nächsten Generation beeinträchtigten, mittlerweile behoben.

o Die Schätzung des Auftragsbestands erfolgt, nachdem Embraer in der vergangenen Woche eine Festbestellung über 15 E195-E2-Jets durch den Leasinggeber Azorra bekannt gegeben hat.

o Der Auftragsbestand belief sich Ende des ersten Quartals auf 15 Mrd. USD, was einem Anstieg von 50% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

o Das Unternehmen sei gut aufgestellt, um die Prognose von 80 bis 85 Auslieferungen von Verkehrsflugzeugen im Jahr 2026 zu erfüllen, erklärte Rodrigo Silva e Souza, Marketing-Vizepräsident der Sparte, gegenüber Journalisten.

o Embraer geht davon aus, dass bis Ende 2026 keine E2-Flugzeuge mehr aufgrund von Triebwerksproblemen am Boden bleiben müssen, so Silva e Souza.

o Die Triebwerkshersteller stehen unter Druck der Fluggesellschaften, da Flugzeuge am Boden bleiben mussten und die Reparaturkosten gestiegen sind.

o Die Quote der am Boden befindlichen E2-Maschinen (Aircraft-on-Ground, AOG) liegt laut Embraer derzeit bei 1% der Flotte, nach einem Höchststand von 22% im März 2025.

o Die E2-Modelle werden von Pratt & Whitney-Triebwerken (RTX) angetrieben, die laut Embraer derzeit verbessert werden, um in heißen und schwierigen Umgebungen eine höhere Leistung zu erbringen.

o Trotz des „robusten“ Auftragsbestands verfügt Embraer noch über freie Produktionsslots vor 2030 und sieht darin einen Vorteil gegenüber den größeren Konkurrenten Boeing und Airbus.

o Embraer konzentriert sich auf Jets mit bis zu 150 Sitzplätzen und liegt damit unterhalb der meistverkauften A320- und 737-Familien von Airbus und Boeing.