Der aktivistische Investor Elliott Management, Anteilseigner am japanischen Energieversorger Kansai Electric Power, ist der Ansicht, dass das Unternehmen durch den Verkauf von nicht zum Kerngeschäft zählenden Vermögenswerten sowie durch eine Steigerung der Profitabilität und der Aktionärsrendite als langfristige Investition attraktiver werden könnte.

Elliott gehört laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person mittlerweile zu den drei größten Anteilseignern von Kansai Electric, dem größten Betreiber von Kernkraftwerken Japans gemessen an der Zahl der aktiven Reaktoren, und hält einen Anteil zwischen 4% und 5%.

In einer am Mittwoch aus London veröffentlichten Stellungnahme erklärte Elliott, man freue sich darauf, mit dem Management von Kansai Electric und weiteren wichtigen Interessengruppen zusammenzuarbeiten, um das Kerngeschäft des Unternehmens zu stärken.

„Durch die Steigerung der Aktionärsrendite, die Freisetzung von Kapital aus nicht zum Kerngeschäft zählenden Vermögenswerten und eine verbesserte Profitabilität sind wir überzeugt, dass das Unternehmen seine finanzielle Flexibilität für künftiges Wachstum erhöhen und seine Attraktivität als langfristige Investition stärken kann“, hieß es in der Erklärung.

Elliott betonte, einen „bedeutenden“ Anteil zu halten, der das Unternehmen zu einem der größten Aktionäre von Kansai Electric mache, nannte jedoch keine genaue Größe der Beteiligung.

In einer Stellungnahme gegenüber Reuters lehnte Kansai Electric es ab, sich zur Zusammenarbeit mit einzelnen Aktionären zu äußern.

„Wie bisher werden wir auch weiterhin sorgfältig mit unseren Aktionären im Rahmen verschiedener Gelegenheiten kommunizieren“, teilte das Unternehmen mit.

Die Aktien von Kansai Electric legten am Nachmittag in Tokio um 3,1% zu und übertrafen damit den Nikkei-Index insgesamt, der um 0,65% stieg.

Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle, die nicht öffentlich sprechen durfte, fordert Elliott von Kansai Electric eine Erhöhung der Dividende von 60 Yen auf 100 Yen je Aktie sowie eine Ausweitung der Aktienrückkäufe durch den Verkauf von Randgeschäften.

Nach Angaben derselben Quelle hat Elliott nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögenswerte im Wert von mehr als 2 Billionen Yen (13,58 Milliarden US-Dollar) bei Kansai Electric identifiziert, darunter Immobilien im Wert von über 1 Billion Yen sowie eine Beteiligung an einem Bauunternehmen.

Elliott ist in Japan bereits länger aktiv und setzt sich für höhere Aktionärsrenditen und eine Steigerung des Unternehmenswerts ein. Der Fonds ist an verschiedenen Unternehmen beteiligt, darunter Tokyo Gas, Sumitomo Corp und Dai Nippon Printing.

Neben dem Energiegeschäft verfügt Kansai Electric unter anderem über Vermögen in den Bereichen IT und Immobilien. Das Unternehmen setzt jedoch auf die Kernenergie als wichtigste Ertragsquelle für das kurz- bis mittelfristige Wachstum. Trotz einer erwarteten Gewinnminderung um 30% auf 295 Milliarden Yen plant Kansai Electric, die Dividende je Aktie im laufenden Geschäftsjahr unverändert bei 60 Yen zu belassen.

($1 = 147,2800 Yen)