Mattel und Hasbro präsentierten beide enttäuschende Prognosen für das Jahr 2026. Doch während Hasbro-Aktien am Dienstag dank des starken digitalen Spiele-Geschäfts um bis zu 9% zulegten, brach die Mattel-Aktie am Mittwoch um 27% ein und steuerte auf ihren schlimmsten Tagesverlust seit über zwanzig Jahren zu.

Die gegensätzlichen Reaktionen verdeutlichen eine sich öffnende strategische Kluft zwischen den beiden Spielzeugriesen.

Beide Unternehmen kämpfen mit einer schwachen Nachfrage nach klassischen Spielzeugen, doch Hasbros Erfolg im digitalen Gaming hat das Risikoprofil grundlegend verändert und eine trübe Prognose zu einer Randnotiz gemacht. Bei Mattel hingegen reichte eine ähnliche makroökonomische Warnung aus, um die Aktie stark abstürzen zu lassen.

"Mattel befindet sich in einer frühen Phase einer Investition, ähnlich wie Hasbros Einstieg ins Gaming vor sieben Jahren," erklärte D.A. Davidson-Analyst Keegan Cox.

Investoren von Mattel, dem Hersteller der ikonischen Barbie-Puppen und Hot Wheels-Spielzeuge, sorgten sich um die starke Abhängigkeit vom schwächelnden Spielzeugmarkt und das wachsende Risiko, angesichts unsicherer Einzelhandelsbestellungen auf Lagerbeständen sitzenzubleiben.

"Die Bruttoumsätze im Dezember in den USA sind weniger stark gewachsen als erwartet", teilte Mattel mit, was darauf hindeutet, dass es während der wichtigen Weihnachtseinkaufszeit weniger Neuaufträge von Händlern gab. 

ZWEI WEGE, EINE FOLGE

Mattel erzielt den Großteil seines Umsatzes mit dem Verkauf von Spielzeugen: Hot Wheels-Autos und -Lastwagen, Kleinkindspielsets unter der Marke Fisher-Price, Puppen und Actionfiguren mit Lizenzen von Unternehmen wie Pixar und Warner Bros Discovery.

Verbraucher kaufen jedoch weniger klassische Spielzeuge und geben mehr Geld für Brett- und digitale Spiele aus, die an erfolgreiche Online-Serien und Filme gekoppelt sind.

Mattel kündigte am Dienstag an, in den digitalen Gaming-Markt vorzustoßen und plant, die verbleibenden 50% eines Joint Ventures mit Chinas NetEase zu übernehmen. Doch diese Initiativen befinden sich noch in einem frühen Stadium und belasten zudem die Margen.

Im Gegensatz dazu meldete Hasbro im Dezemberquartal einen Umsatzsprung von 86% im Segment Wizards of the Coast und Digital Gaming, während die operative Marge von etwa 24% im Vorjahr auf 45% stieg.

Magic: The Gathering, das Flaggschiff des Unternehmens im Bereich Sammelkartenspiele, verzeichnete einen Umsatzzuwachs von 141%.

"Während Investoren gesehen haben, wie sich klassische Spielzeugmarken erfolgreich im digitalen Gaming positionieren können und welche Margenchancen das bietet, verzögert Mattels erhebliche Investition ins digitale Gaming im Jahr 2026 den Gewinnanstieg," schrieben UBS-Analysten in einer Notiz. 

Mattel teilte am Dienstag mit, dass man im Jahr 2026 rund 110 Millionen US-Dollar investieren wolle, vor allem in digitale Spiele, sowie etwa 40 Millionen US-Dollar in leistungsbasierte Werbung.

ANHALTENDE LAGERBESTÄNDE

Im gemeldeten Quartal geriet Mattel durch zusätzliche Rabatte zur Räumung von Lagerüberhängen unter Margendruck, nachdem es zu einer "Verschiebung der Liefermuster vom Direktimport zur inländischen Auslieferung" gekommen war, wie das Unternehmen am Dienstag in einer Analystenkonferenz mitteilte.

Das Unternehmen erklärte, die Einzelhändler hätten aufgrund von Zollunsicherheiten und veränderten Verbraucherpräferenzen ihre Bestellweise geändert. 

Statt die Nachfrage Monate im Voraus zu prognostizieren und lange Lieferzeiten zu managen, kaufen Einzelhändler wie Walmart jetzt bedarfsorientiert ein und zwingen Unternehmen wie Mattel, Lagerbestände in ihren eigenen Lagern zu halten.

Analysten gehen davon aus, dass die Lagerbereinigung, die voraussichtlich auch ins laufende Quartal hineinreichen wird, Mattels Probleme verschärfen wird.

Hasbro weist ein höheres Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18,95 auf, verglichen mit 12,14 bei Mattel. Die Mattel-Aktie wurde am Mittwoch bei etwa 15,23 US-Dollar gehandelt.