Der US-Dollar zeigte sich am Mittwoch ruhig, während andere Anlageklassen ins Rampenlicht traten. Dennoch begannen Investoren, sich bereits für das Jahr 2026 zu positionieren, in Erwartung von US-Zinssenkungen, die den Greenback belasten konnten.

Im morgendlichen Handel erreichte der australische Dollar ein Dreiwochenhoch von 0,6576 US-Dollar, bevor er nach leicht unter den Erwartungen ausgefallenen BIP-Daten wieder etwas nachgab.

In der Nacht überschritt der Euro seinen 50-Tage-Durchschnitt, nachdem die Inflation im Euroraum minimal über den Erwartungen lag. In der asiatischen Sitzung notierte der Euro bei 1,1629 US-Dollar.

Diese Bewegungen wurden jedoch von der starken Erholung des Bitcoin übertroffen, die Anleger insgesamt in eine risikofreudigere Stimmung versetzte. Die großte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung stieg über Nacht um rund 6 Prozent und überschritt die Marke von 91.000 US-Dollar.

Der japanische Yen verharrte bei 155,70 je US-Dollar, da die Erwartungen an eine Zinserhohung in diesem Monat zunahmen – im Gegensatz zu den USA, wo für die kommende Fed-Sitzung nächste Woche eine Zinssenkung mit einer Wahrscheinlichkeit von 85 Prozent eingepreist ist.

Das britische Pfund blieb stabil bei 1,3222 US-Dollar, ebenso wie der als sicherer Hafen geltende Schweizer Franken bei 0,8022 je US-Dollar. Der neuseeländische Dollar bewegte sich bei 0,5730 US-Dollar.

Mit Blick auf die Zukunft rechnen Marktteilnehmer mit etwa 90 Basispunkten an US-Zinssenkungen bis Ende 2026. Die Aussicht, dass der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Kevin Hassett, als Fed-Chef nominiert wird, lässt einige Investoren bärisch auf den Dollar blicken.

Hassett, früher leitender Ökonom der Fed, gilt als Vertrauter der Regierung von US-Präsident Donald Trump und als Befürworter schnellerer Zinssenkungen in den USA. Trump kündigte an, seine Wahl zum Fed-Vorsitzenden Anfang 2026 bekanntzugeben.

Tim Baker, Stratege der Deutschen Bank, erklärte diese Woche, dass bis Dezember ein Rückgang des Dollars um rund 2 Prozent moglich sei – ein Monat, in dem die Währung seit einem Jahrzehnt tendenziell nachgibt.

Auch Analysten der OCBC aus Singapur erwarten einen schwächeren Dollar bis 2026, da US-Zinssenkungen den Zinsunterschied zum Rest der Welt verringern.

„Die These ist ziemlich einfach“, sagte Brent Donnelly, Präsident von Spectra Markets.

„Der Markt ist long im Dollar, mit einem Fed-Vorsitzenden, der die Politik überhitzen lassen konnte, einer bereits angespannten Fiskalsituation, hohen Nominalzinsen, die bald fallen dürften, einer saisonalen Tendenz zur USD-Schwäche und Zinsdifferenzen auf Rekordniveau.

„Ich gehe long im EUR/USD und NZD/USD.“

(Bericht von Tom Westbrook. Redaktion: Sam Holmes)