'Unser Fokus bleibt unverändert: Wir wollen das Kundenerlebnis verbessern, die Nutzerbindung vertiefen und weiterhin ein gesundes sowie widerstandsfähigeres Wachstumsgeschäft aufbauen', erklärte D'Amaro während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals, seiner ersten an der Spitze von Disney.
Anleger reagierten positiv und ließen die Disney-Aktie im frühen Handel um fast 8% steigen.
D'Amaro hat Mitte März die Nachfolge von Bob Iger als CEO angetreten. Er steuert den Konzern durch einen tiefgreifenden Wandel im Konsumverhalten hin zum Streaming, den Einzug von Werkzeugen der künstlichen Intelligenz sowie ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld, das von höheren Ölpreisen und rückläufigen internationalen Besucherzahlen in den Themenparks geprägt ist.
In einem zehnseitigen Aktionärsbrief prognostizierte D'Amaro für das im Oktober endende Geschäftsjahr 2026 ein Wachstum des bereinigten Gewinns je Aktie (EPS) von etwa 12%. Zuvor hatte das Unternehmen für diesen Zeitraum lediglich ein Wachstum im 'zweistelligen Bereich' in Aussicht gestellt. Er bekräftigte zudem, dass Disney auch für das Geschäftsjahr 2027 ein zweistelliges bereinigtes EPS-Wachstum erwarte.
Der Unterhaltungsriese meldete für den Zeitraum von Januar bis März ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1.57 Dollar bei einem Umsatz von 25.2 Milliarden Dollar. Analysten hatten laut LSEG-Daten im Schnitt mit einem bereinigten EPS von 1.49 Dollar und einem Umsatz von 24.78 Milliarden Dollar gerechnet.
Die Sparte 'Experiences', die Parks, Kreuzfahrtschiffe und Konsumgüter umfasst, verzeichnete im abgelaufenen Quartal einen Anstieg des Betriebsergebnisses um 5%. Laut Disney gaben die Gäste in den US-Themenparks mehr aus, zudem verzeichneten die Kreuzfahrtschiffe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein höheres Aufkommen.
Disney-Finanzvorstand Hugh Johnston räumte ein, dass die Besucherzahlen in den inländischen Themenparks rückläufig waren. Dies sei teilweise auf weniger internationale Gäste sowie die Konkurrenz durch Universal Epic Universe in Orlando, Florida, zurückzuführen. Er rechne jedoch mit einer Belebung in der zweiten Jahreshälfte.
Johnston verwies auf die wirtschaftlichen Unsicherheiten und merkte an, dass Disney 'nicht immun' gegen die Auswirkungen steigender Benzinpreise sei. Ein weiterer signifikanter Anstieg könnte zu Veränderungen im Konsumverhalten führen.
Im Segment 'Entertainment' stieg das Betriebsergebnis um 6% auf 1.34 Milliarden Dollar. Dieser Zuwachs resultierte teilweise aus höheren Abonnement- und Werbeeinnahmen der Streaming-Dienste, einschließlich Disney+. Auch die im vergangenen Jahr angelaufenen Kinoerfolge 'Zootopia 2' und 'Avatar: Fire and Ash' trugen im Berichtsquartal weiterhin zum Ergebnis bei.
Die Sportsparte, in der ESPN angesiedelt ist, verbuchte einen Rückgang des Betriebsergebnisses um 5% auf 652 Millionen Dollar. Disney begründete dies mit höheren Kosten für Sportrechte und Produktion im Vergleich zum Vorjahr.
Johnston betonte, Investoren sollten die TV-Sender des Konzerns, einschließlich ESPN, als Marken mit angeschlossenen Studios betrachten, die Inhalte wie 'The Bear' produzieren, welche breit distribuiert und monetarisiert werden können. Er führte aus, dass Streaming mittlerweile doppelt so viel Umsatz generiere wie das traditionelle Fernsehgeschäft, das 'mit jedem Quartal kleiner' werde.
Das Sportgeschäft befinde sich noch in einer früheren Phase dieses Streaming-Ubergangs, doch Johnston hob hervor, dass ESPN die weltweit größte Sportmedienmarke sei und ein 'wichtiger Pfeiler' im Portfolio des Unternehmens bleibe.
Auf die Auswirkungen künstlicher Intelligenz angesprochen, erklärte D'Amaro, die Technologie biete 'bedeutende langfristige Chancen' für Disney, insbesondere um die Produktion effizienter zu gestalten. Dennoch werde die menschliche Kreativität weiterhin im Zentrum des gesamten Handelns des Unternehmens stehen.



















