Zwischen den verschiedenen Unternehmensbereichen zeigt sich ein uneinheitliches Bild – insbesondere wegen des schwächelnden Fernsehens. Ähnlich wie bei Paramount ist der Rückgang hier deutlich schneller, als ursprünglich erwartet: Die Erlöse sinken um 12 %, das operative Ergebnis um 14 %. Immerhin macht dieser Bereich inzwischen nur noch rund ein Zehntel des Gesamtumsatzes von Disney aus.

Im Fokus der Investoren steht naturgemäß das Streaming-Segment, das inzwischen ein Viertel des Konzernumsatzes ausmacht. Hier legt der Umsatz um 8 % zu, während sich das operative Ergebnis verneunfacht – ein deutliches Signal, mit dem Disney den Markt zu überzeugen sucht.

Im Sportsegment, das sich auf ESPN konzentriert und knapp ein Fünftel des Umsatzes beisteuert, herrscht derweil Stillstand. Eine Abspaltung dieses Bereichs dürfte sinnvoll sein. Das Geschäft mit Freizeitparks und Kreuzfahrten, das ein Drittel des Gesamtumsatzes stellt, liefert weiterhin solide Ergebnisse: Das operative Ergebnis steigt um 8 %.

Das Geschäftsjahr endet mit einem konsolidierten Free Cashflow von 10,1 Milliarden US-Dollar – ohne Bereinigung um Aktienvergütungen. Zugleich wird die Dividende verdoppelt, und CEO Bob Iger kündigt für das kommende Jahr umfangreiche Aktienrückkäufe an. Die Marktkapitalisierung von Disney entspricht aktuell dem 19-Fachen des Free Cashflows.

Die Bewertung des Konzerns liegt damit auf demselben Niveau wie vor zehn Jahren – was keineswegs überrascht: Operatives Ergebnis und Free Cashflow sind in etwa gleich geblieben, die Nettoverschuldung hat sich verdreifacht und die Anzahl ausstehender Aktien ist infolge großzügiger Aktienvergütungsprogramme deutlich gestiegen.

Trotzdem schließt Disney dieses Jahrzehnt der Transformation mit einem Erfolg ab. Der Durchbruch im Streaming-Sektor ist gelungen – wenn auch (noch) nicht mit dem Erfolg eines Netflix. Wie dieser Konkurrent hat auch Disney Spekulationen über eine Übernahme von Warner Bros. deutlich zurückgewiesen. Damit bleibt Paramount derzeit der wahrscheinlichste Kandidat für eine Konsolidierung im US-Markt.