Die meisten großen Schwellenländer, darunter China, Brasilien und Indien, konnen US-Zolle ohne großere Schwierigkeiten verkraften. Das geht aus einer Studie der Risikoberatung Verisk Maplecroft hervor, die Zweifel an der Wirksamkeit der handelspolitischen Instrumente von US-Präsident Donald Trump aufkommen lässt.
Das Unternehmen analysierte die Widerstandsfähigkeit von 20 der großten Schwellenmärkte anhand verschiedener Indikatoren, darunter Verschuldungsgrad und Abhängigkeit von Exporterlosen, um ihre Fähigkeit einzuschätzen, mit Handelsvolatilität und sich schnell verändernden geopolitischen Allianzen umzugehen.
"Die meisten globalen Fertigungshubs befinden sich in einer besseren Ausgangsposition, als man ihnen zutrauen würde, um diesen Zollsturm aus den USA zu überstehen - selbst wenn er voll zum Tragen kommt", sagte Reema Bhattacharya, Leiterin der Asienforschung und Mitautorin des Berichts.
Mexiko und Vietnam gehoren laut Studie zu den am stärksten von den USA abhängigen Volkswirtschaften. Doch fortschrittliche Wirtschaftspolitik, verbesserte Infrastruktur und politische Stabilität machen sie zu besonders widerstandsfähigen Ökonomien.
Brasilien und Südafrika bauen demnach aktiv Beziehungen zu anderen Handelspartnern auf, die sie in den kommenden Jahren schützen konnten.
"Nahezu jeder Schwellenmarkt oder globale Markt versteht, dass wir mit den USA und China Geschäfte machen müssen, aber wir dürfen uns nicht zu sehr auf einen von beiden verlassen. Wir brauchen daher einen dritten Markt", erklärte Bhattacharya und verwies darauf, dass der Handel zwischen den Mitgliedern der BRICS-Gruppe wachse.
Russland, ebenfalls BRICS-Mitglied, wurde in der Maplecroft-Studie nicht untersucht.
China ist zwar besonders von geopolitischen Spannungen mit den Vereinigten Staaten betroffen, doch "ist das Land so tief verwurzelt, dass es praktisch unmoglich ist, es anderswo zu replizieren", so Bhattacharya. Sie verwies auf Chinas diversifizierte Exportbasis und sein Humankapital.
Als Fertigungsmacht steht China im Zentrum von Trumps Bestrebungen, die globale Handelspolitik neu zu gestalten. Daten, die Anfang dieser Woche veroffentlicht wurden, zeigen, dass Chinas Exporte im Oktober den stärksten Rückgang seit Februar verzeichneten - kurz nachdem Trump erneut ins Weiße Haus eingezogen war.
Bhattacharya hob zudem Chinas jahrelange Bemühungen hervor, den Renminbi im internationalen Handel stärker zu etablieren: "Das ist ein pragmatischer Schritt zur wirtschaftlichen Resilienz und zur Diversifizierung geopolitischer Risiken."
Brasilien, Argentinien und Chile haben mit der chinesischen Zentralbank Vereinbarungen über Abrechnungen in Landeswährungen getroffen, während staatliche chinesische Unternehmen und Investoren Lithium- und Kupferprojekte in Chile, Bolivien und Peru finanzieren.



















