Die neue Behörde der Europäischen Union zur Bekämpfung von Geldwäsche erklärte am Mittwoch, dass sie auf Kurs sei, im Jahr 2028 voll einsatzbereit zu sein. Gleichzeitig legte sie ihren Plan vor, um aufkommende Risiken im Bereich der illegalen Finanzströme wie Kryptowährungen und "neuartige Zahlungswege" anzugehen.

Die Anti-Geldwäsche-Behörde (AMLA) wird in Frankfurt eingerichtet und schafft damit erstmals eine europaweite Institution zur Bekämpfung illegaler Finanzströme.

Ab 2028 wird die AMLA direkt 40 Finanzinstitute der EU überwachen, die als besonders risikoreich eingestuft werden.

Die AMLA wird ihre Methodik zur Risikobewertung im Jahr 2026 abschließen und 2027 mit dem Auswahlprozess beginnen, wie sie in einem am Mittwoch veröffentlichten Plan für die Jahre 2026 bis 2028 mitteilte. Das Personalziel für 2025, nämlich 120 der insgesamt geplanten 432 Mitarbeitenden einzustellen, habe die AMLA bereits erreicht, so die Behörde.

Die Idee einer EU-weiten Behörde wurde 2021 vorgeschlagen, nachdem ein großer Geldwäsche-Skandal die Unzulänglichkeit der Abwehrmechanismen der Union gegen illegale Finanzströme aufgezeigt hatte.

"Die AMLA markiert ein neues Kapitel im europäischen Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, indem sie von fragmentierten nationalen Reaktionen zu einem einheitlichen, risikobasierten System übergeht, das auf die Komplexität der heutigen kriminellen Netzwerke zugeschnitten ist", schrieb AMLA-Vorsitzende Bruna Szego in einem Bericht, der den Plan darlegt.

"Die bevorstehenden Herausforderungen — von der Aufsicht über Krypto-Assets bis hin zu grenzüberschreitenden kriminellen Innovationen — erfordern eine Behörde, die sowohl technisch exzellent als auch in guter Governance verankert ist."

AUFKOMMENDE RISIKEN IM FINANZKRIMINALITÄTSBEREICH

Der Plan nennt Entwicklungen im Krypto-Asset-Markt oder bei neuartigen Zahlungswegen als Beispiele für aufkommende Risiken im Bereich der Finanzkriminalität.

Geldwäscher erhielten im vergangenen Jahr Schätzungen zufolge mindestens 82 Milliarden US-Dollar in Kryptowährungen, verglichen mit 10 Milliarden vor fünf Jahren. Dennoch erfolgt die "überwiegende Mehrheit" der Terrorismusfinanzierung laut der Financial Action Task Force weiterhin mit herkömmlichem Geld.

Am Rande einer Konferenz in Brüssel sagte das AMLA-Vorstandsmitglied Derville Rowland am Dienstag gegenüber Reuters, die Behörde werde den Beweisen folgen, um die größten Geldwäsche-Risiken zu lokalisieren, und habe noch nicht entschieden, wie stark der Fokus auf Krypto liegen werde.

"Sicherlich sehen wir bei der Bewertung von Geldwäsche-Risiken, dass diese in einigen Sektoren ausgeprägter sind als in anderen. Definitiv ist der Kryptobereich ein Feld, in dem Technologie und Geheimhaltung zusammenkommen und ein hohes Geldwäsche-Risiko erzeugen können", sagte sie.