Deutschland hat am Donnerstag mitgeteilt, dass eine Einigung mit der Europäischen Kommission über einen Plan zum Bau neuer Kraftwerke erzielt wurde. Demnach sollen im Jahr 2026 Kapazitäten in Höhe von 12 Gigawatt (GW) ausgeschrieben werden, wobei der Schwerpunkt auf Gaskraftwerken liegt.

Dies ist ein bedeutender Schritt auf dem Weg Deutschlands, die Versorgungssicherheit angesichts des fortlaufenden Ausstiegs aus der Kohleverstromung zu gewährleisten.

„Mit den kurzfristigen Ausschreibungen ... legen wir auch den Grundstein für eine sichere Stromversorgung in Deutschland in Zukunft und damit für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie“, sagte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche.

Der Großteil der neuen Kapazitäten, nämlich 10 GW, muss in der Lage sein, über einen längeren Zeitraum Strom zu erzeugen, um eine kontinuierliche Versorgung sicherzustellen, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Dies schließe, aber beschränke sich nicht auf Gaskraftwerke.

Die neuen Kraftwerke, die voraussichtlich im Jahr 2031 in Betrieb gehen sollen, werden laut Ministerium spätestens ab 2045 mit Wasserstoff betrieben werden können, im Einklang mit Deutschlands Ziel, bis dahin klimaneutral zu werden.

Die beihilferechtlichen Verfahren im Zusammenhang mit dem Plan sind laut Berlin noch nicht abgeschlossen. Die Strategie muss zudem noch abschließend von der Europäischen Kommission genehmigt werden.

Deutschlands größte Energieversorger, insbesondere RWE, Uniper und EnBW, warten bereits auf Details zur Kraftwerksstrategie, um mit dem Bau der Anlagen zu beginnen, sofern der regulatorische Rahmen einen rentablen Betrieb ermöglicht.

Uniper-Chef Michael Lewis bezeichnete die Einigung als „dringend notwendigen Schritt, um die Energiewende in Deutschland kosteneffizient und pragmatisch zu gestalten. Statt starrer Vorgaben können Betreiber nun unternehmerisch entscheiden, wann sie auf Wasserstoff umstellen.“

Das Ministerium teilte mit, dass es weitere Ausschreibungen für neue Kapazitäten in den Jahren 2027 sowie 2029/2030 geben werde, die ebenfalls bis 2031 verfügbar sein müssen.