--Dank Förderung kräftiger Anstieg bei E-Autos

--Starker Rückgang bei Verbrennern

--Produktion deutlich gesunken, vor allem wegen Kalendereffekten

(NEU: Produktionszahlen, Kommentare EY)

Von Matthias Goldschmidt

DOW JONES--Der deutsche Automarkt hat im Mai eine Verschnaufpause eingelegt. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte, wurden 239.448 Pkw abgesetzt, ein Plus von 0,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Für die ersten fünf Monate stand ein Anstieg um 3,6 Prozent auf 1,19 Millionen Autos zu Buche.

Während der Absatz von Elektroautos (BEV) um knapp 40 Prozent auf 59.969 Autos zulegte und einen Anteil von 25 Prozent erreichte, sanken die Verkäufe von Benzin-und Dieselfahrzeugen um 24 bzw. um 13 Prozent zum Vorjahr.

Automarktexperte Constantin Gall von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY verweist auf die E-Auto-Förderung. "Die Förderung führt zu einer gestiegenen Nachfrage nach Elektroautos", sagte er und zeigt sich zuversichtlich für den weiteren Verlauf. "Das Budget von drei Milliarden Euro wird für hohe Zulassungszahlen im laufenden und im kommenden Jahr sorgen."

Für den gesamten Automarkt ist er allerdings weniger zuversichtlich und attestiert ihm eine strukturelle Schwäche. "Die Konjunktur schwächelt dauerhaft, immer neue Krisen sorgen für Kaufzurückhaltung sowohl bei Privatleuten als auch bei Unternehmen", so Gall. "Die Hoffnung, dass es bald zu einer Konjunkturwende und zu positiven politischen und wirtschaftlichen Impulsen kommt, schwindet." Hinzu kämen die hohen Neuwagenpreise und das geringe Angebot an günstigen Kleinwagen.

Marktführer Volkswagen verbuchte einen Absatzrückgang um 8,9 Prozent auf 45.576 Autos. Der Absatz von BMW sank um 3,4 Prozent auf 19.665 Einheiten, jener von Mercedes um 8,9 Prozent auf 19.846.

Kräftige Zuwächse verzeichneten die Elektroautohersteller BYD (plus 232 Prozent auf 6.168 Einheiten) sowie Tesla (plus 322 auf 5.111 Autos).

Die Produktion sackte im Mai kräftig ab. Wie der Verband der Automobilindustrie mitteilte, wurden in dem Monat 301.600 Pkw in Deutschland produziert, ein Rückgang um 18 Prozent zum Vorjahr. Ein großer Teil davon sei mit zwei fehlenden Arbeitstagen im Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu erklären, so der VDA. In den ersten fünf Monaten sank die Produktion um 5 Prozent auf 1,72 Millionen Autos und lag damit knapp ein Fünftel unter der Vergleichsperiode aus dem Vorkrisenjahr 2019.

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June 03, 2026 08:07 ET (12:07 GMT)