--Rückgang um 6,6 Prozent zum Vorjahr

--Schwächeres Wachstum als im Vormonat bei Elektroautos

--VDA: Produktion um 9 Prozent gesunken

(NEU: Produktionszahlen VDA, Aussagen EY)

Von Britta Becks und Matthias Goldschmidt

DOW JONES--Der deutsche Automarkt hat zu Jahresbeginn in den Rückwärtsgang geschaltet. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte, wurden im Januar? 193.981 Pkw neu zugelassen. Das entspricht einem Rückgang von ?6,6 Prozent gegenüber Januar 2025.

"Die konjunkturellen Rahmenbedingungen sind unverändert ungünstig: Die deutsche Industrie steht unter Druck, überall regiert der Rotstift, die Investitionsbereitschaft ist gering", sagte Constantin M. Gall, Partner bei der Beratungsgesellschaft EY. "Auch unter Privatleuten herrscht Kaufzurückhaltung, was vor allem auf die hohen Neuwagenpreise und eine gestiegene allgemeine Verunsicherung zurückzuführen ist." Besserung ist nach seiner Aussage nicht in Sicht. "Das Absatzniveau bleibt niedrig - sowohl in Deutschland als auch in Europa insgesamt"

Ausreißer nach oben war im Januar unter den deutschen Marken Opel mit einem Plus von 27,4 Prozent. Der Volumenhersteller Volkswagen musste hingegen einen Rückgang um 17,5 Prozent hinnehmen. Bei der Premiumtochter Audi gingen die Neuzulassungen um 4 Prozent zurück. Die Sportwagen-Tochter Porsche brachte es dagegen auf 23,3 Prozent mehr Neuzulassungen. Der Premiumhersteller BMW kam auf ein Plus von ?5,4 ?Prozent, während Mercedes ein Minus von 6,5 Prozent verbuchte.

Tesla schaffte nach einer längeren Durststrecke ein leichtes Zulassungsplus von 1,9 Prozent auf 1.301 Fahrzeuge. Beim chinesischen Konkurrenten BYD vervielfachten sich die Neuzulassungen im Januar um rund 1.019 Prozent auf 2.629 E-Autos.

Die Zulassungen von Pkw mit vollelektrischen Antrieben stiegen im vergangenen Monat um 23,8 Prozent und damit deutlich langsamer als im Vormonat. Plug-in-Hybride kamen auf ein Plus von 23 Prozent. Von Pkw mit Benzinantrieb wurden 29,9 Prozent weniger zugelassen. Bei Diesel-Pkw betrug der Rückgang 17,1 Prozent.

"Der Pkw-Markt ist äußerst verhalten in das neue Jahr gestartet", sagte Imelda Labbé, Präsidentin des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK). "Das überproportionale Wachstum der BEV-Zulassungen internationaler Hersteller im Januar zeigt das hohe Kundeninteresse an leistbaren Elektrofahrzeugen. Für ein nachhaltiges Gesamtmarktwachstum in 2026 benötigen wir eine weitere Steigerung der BEV-Auftragseingänge."

EY-Partner Gall rechnet damit, dass der Effekt der neuen Elektro-Förderung in den Neuzulassungszahlen im Februar zu sehen sein wird. "Die von der Bundesregierung angekündigte neue Förderprämie von bis zu 6.000 Euro wird mit Sicherheit eine neue Dynamik auf dem Elektromarkt entfachen", meint er.

Die Pkw-Inlandsproduktion sackte im Januar unterdessen um 9 Prozent auf 305.900 Einheiten ab, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte. Der VDA verwies allerdings auf den starken Vorjahresmonat. Zudem habe es dieses Jahr im Januar einen Arbeitstag weniger gegeben. Die Produktion lag nach wie vor 18 Prozent unter dem Vorkrisenniveau 2019.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/brb/mgo/sha

(END) Dow Jones Newswires

February 04, 2026 08:22 ET (13:22 GMT)