Der deutsche Außenminister plant, bei einer bevorstehenden Reise nach China zentrale Themen wie Seltene Erden und Stahl anzusprechen, wie er am Sonntag erklärte. Dies unterstreicht die Herausforderung für Berlin, mit einem Land umzugehen, das sowohl wichtigster Handelspartner als auch bedeutender Rivale ist.
Johann Wadephul wird am Montag zu seinem ersten Besuch nach China reisen - in einer Phase, in der die Handelskonflikte zwischen Brüssel und Peking insbesondere in den Bereichen Halbleiter, Rohstoffe, Stahl und Elektrofahrzeuge zunehmen.
,,Handelsbeschränkungen, insbesondere bei Seltenen Erden, bereiten unseren Unternehmen ebenso große Sorgen wie Überkapazitäten im Bereich Elektromobilität und Stahl", sagte Wadephul in einer im Vorfeld seiner Reise veröffentlichten Stellungnahme.
,,Ich werde diese Themen, die für die deutsche Wirtschaft von zentraler Bedeutung sind, zur Sprache bringen", fügte er hinzu und forderte China zudem auf, seinen Einfluss auf Russland zu nutzen, um Frieden in der Ukraine zu fördern.
REISE WURDE VERSCHOBEN
Wadephuls Reise nach China war ursprünglich für Oktober geplant, wurde jedoch verschoben, da Peking lediglich einen der von ihm gewünschten Gesprächstermine bestätigt hatte.
,,In Zeiten wachsender internationaler Spannungen und geopolitischer Umbrüche ist ein direkter, intensiver Austausch mit China notwendig, ja unverzichtbar", so Wadephul.
,,Es ist klar, dass viele Fragen nicht einfach zu beantworten sind und unsere Perspektiven mitunter stark auseinandergehen. Ebenso klar ist jedoch, dass Freiheit, Sicherheit und Wohlstand in Deutschland und Europa eng mit China verknüpft sind."
Jüngste Beschränkungen chinesischer Lieferungen von Seltenen Erden und Halbleitern haben Europas Abhängigkeit in diesen Schlüsselbereichen deutlich gemacht - ebenso wie die Tatsache, dass es dem Kontinent bislang nicht gelungen ist, die Versorgung mit strategischen Komponenten zu lokalisieren.
Zudem haben Importe von günstigem Stahl aus Asien die heimische Industrie bei ihren Bemühungen zur Dekarbonisierung stark belastet, sodass Brüssel Quoten eingeführt hat, um die angeschlagenen Stahlhersteller besser zu schützen.


















