Das Bundeskartellamt hatte Rückmeldungen von Interessenverbänden eingeholt, darunter Medienagenturen und der Markenverband, um die Anpassungen am sogenannten App Tracking Transparency Tool zu bewerten.
Die Wettbewerbshüter hatten Apple bereits im Februar vergangenen Jahres vorgeworfen, seine Marktmacht zu missbrauchen. Zuvor hatten der Facebook-Mutterkonzern Meta Platforms sowie Verleger, Werbetreibende und App-Entwickler, deren Geschäftsmodelle auf Werbe-Tracking basieren, das Tool kritisiert.
Apple, das nach eigenen Angaben das Tool einführte, um Nutzern die Kontrolle darüber zu geben, ob Apps ihre Aktivitäten über Anwendungen und Websites anderer Unternehmen hinweg verfolgen dürfen, wies die Forderung der Branchenverbände nach einer Geldstrafe zurück.
"Die Tracking-Industrie hat unsere Bemühungen, den Nutzern die Kontrolle über ihre Daten zu belassen, konsequent bekämpft. Dies ist nur ihr neuester Versuch, ungehinderten Zugang zu personenbezogenen Informationen zu erhalten", erklärte Apple.
"Wir werden dieses wichtige Datenschutz-Tool für unsere Nutzer weiterhin verteidigen."
Das Unternehmen fügte hinzu, dass deutsche Datenschutzbehörden bestätigt hätten, dass das Tool mit den Datenschutzgesetzen im Einklang stehe. Zudem belege eine vom Unternehmen in Auftrag gegebene Studie, dass eine überwältigende Mehrheit der iOS-Nutzer das Tool unterstütze.
APPLE BLEIBT LAUT VERBÄNDEN TROTZ ÄNDERUNGEN "DATEN-GATEKEEPER"
Um die deutschen Bedenken auszuräumen, hatte Apple im vergangenen Dezember vorgeschlagen, neutrale Zustimmungsabfragen sowohl für eigene Dienste als auch für Drittanbieter-Apps einzuführen und Wortwahl, Inhalt sowie visuelle Gestaltung dieser Meldungen zu vereinheitlichen.
Zudem bot Apple an, den Einwilligungsprozess zu vereinfachen, damit Entwickler die Erlaubnis der Nutzer für werberelevante Datenverarbeitung datenschutzkonform einholen können.
Die Verbände erklärten jedoch am Dienstag, dass die vorgeschlagenen Änderungen die von der deutschen Aufsichtsbehörde dargelegten Probleme nicht lösen würden.
"Die vorgeschlagenen Zusagen würden die negativen Auswirkungen des App Tracking Transparency Frameworks nicht verändern", sagte Bernd Nauen, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW), in einem gemeinsamen Schreiben der Branchenverbände.
"Apple bliebe der Daten-Gatekeeper und würde weiterhin entscheiden, wer Zugang zu werberelevanten Daten erhält und wie Unternehmen mit ihren Endkunden kommunizieren können", so Nauen weiter.
Die Verbände forderten das Bundeskartellamt auf, die Vorschläge von Apple abzulehnen, das Unternehmen zur Einstellung des App-Tracking-Tools zu verpflichten und ein Bußgeld zu verhängen.
Unternehmen, die gegen das deutsche Kartellrecht verstoßen, drohen Geldstrafen von bis zu 10 % ihres jährlichen weltweiten Umsatzes.




















