IG Metall, die für mehr Einfluss in Teslas Gigafactory in Grünheide kämpft, teilte mit, dass sie 13 der 37 Sitze im neuen Betriebsrat erhalten habe. Damit bleibt die Mehrheit des Gremiums in den Händen nicht gewerkschaftlich organisierter Mitglieder.
Die Abstimmung im einzigen europäischen Produktionsstandort des US-Elektroautoherstellers begann am Montag.
Auch der bisherige Betriebsrat wurde von nicht gewerkschaftlich organisierten Mitgliedern dominiert. IG Metall, die sich seit Jahren für bessere Arbeitsbedingungen einsetzt, hielt bislang 16 der 39 Sitze – was einen tatsächlichen Rückgang der Vertretung bedeutet.
Tesla erklärte, dass der neue Betriebsrat in der kommenden Woche seine Arbeit aufnehmen werde.
"Leider hat es nicht gereicht, eine ... Mehrheit zu sichern", sagte IG Metall-Spitzenkandidatin Laura Arndt in einer Mitteilung. "Wir werden uns im neuen Betriebsrat weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen, für uns und unsere Kolleginnen und Kollegen in der Gigafactory Veränderungen zu bewirken."
IG Metall wirft dem Management vor, die gewerkschaftsfeindliche Stimmung zu schüren. Werksleiter Andre Thierig entgegnete, die Gewerkschaft konzentriere sich ausschließlich darauf, die Mitgliedszahlen der IG Metall zu erhöhen.
Betriebsräte, die von den Beschäftigten gewählt werden, sind ein Grundpfeiler der deutschen Arbeitsbeziehungen und vertreten die Mitarbeitenden gegenüber dem Management.
IG Metall dominiert Betriebsräte bei deutschen Autobauern wie Volkswagen, BMW und Mercedes, bleibt aber bei Tesla – dessen CEO Elon Musk für seine Kritik an Gewerkschaften bekannt ist – weiterhin in der Minderheit.
Die Spannungen erreichten im Februar ihren Höhepunkt, als Tesla einem IG Metall-Gewerkschafter vorwarf, eine Betriebsratssitzung heimlich aufgezeichnet zu haben, und daraufhin Strafanzeige stellte.
IG Metall wies den Vorwurf als "kalkulierte Lüge" zurück.



















