Der deutsche Börsenbetreiber Deutsche Börse AG gab am Donnerstag bekannt, dass er sich in exklusiven Gesprächen mit Allfunds über eine Übernahme der europäischen Fonds-Handelsplattform befindet.

In einer Mitteilung erklärte die Deutsche Börse, dass der Vorstand von Allfunds einstimmig zugestimmt habe, exklusive Verhandlungen auf Basis eines unverbindlichen Angebots von 8,80 Euro (10,20 US-Dollar) je Allfunds-Aktie aufzunehmen. Das Angebot setzt sich aus 4,30 Euro in bar, 4,30 Euro in neuen Deutsche-Börse-Aktien sowie einer Dividende von 0,20 Euro zusammen.

Dies entspricht einem Wert von rund 4,7 Milliarden Euro. Vor Bekanntgabe des Angebots wurde Allfunds an der Börse mit knapp 4 Milliarden Euro bewertet.

Die Deutsche Börse betonte jedoch, dass die Übernahme noch nicht abgeschlossen sei. ,,Eine weitere Mitteilung erfolgt zu gegebener Zeit", hieß es in der Erklärung des Unternehmens.

Die in Amsterdam notierten Allfunds-Aktien stiegen um mehr als 20 % auf 8 Euro, während die Deutsche-Börse-Aktie um fast 3 % auf 227,70 Euro zulegte.

Bloomberg hatte als erstes über das Interesse der Deutschen Börse an Allfunds berichtet.

Die größten Anteilseigner des anglo-spanischen Unternehmens, das 2021 an die Börse ging, sind der US-Technologieinvestor Hellman & Friedman sowie die französische Bank BNP Paribas.

Laut dem Bericht von Bloomberg waren frühere Gespräche zwischen Hellman & Friedman und dem Finanzinvestor CVC an unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert.

In den vergangenen Jahren hatten sowohl die Schweizer Börse SIX als auch die französische Börse Euronext Interesse an einer Übernahme von Allfunds bekundet. Euronext zog jedoch sein Übernahmeangebot von rund 5,5 Milliarden Euro vor fast zwei Jahren zurück.

($1 = 0,8626 Euro)