In einer am Morgen veröffentlichten Studie hält die deutsche Bank an ihrer Einstufung „Halten“ fest, sieht den Konsumgüterkonzern jedoch strategisch in einer ungünstigen Ausgangslage. Hintergrund seien jahrelange Unterinvestitionen im Bereich Fusionen und Übernahmen (M&A) – ein Hebel, der im Beauty-Sektor als „entscheidend für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit“ gilt.

Nach Einschätzung der Analysten wird die Behebung dieser strukturellen Defizite zwangsläufig Kosten für die Investoren verursachen – entweder in Form sinkender Margen, ein Szenario, das aus Sicht der Bank noch nicht vollständig im Kurs eingepreist ist, oder durch eine deutliche Beschleunigung der Akquisitionstätigkeit.

Marktanteile gegenüber Branchenriesen und Nischenanbietern zurückgewinnen

Über die reinen Finanzkennzahlen hinaus fordert die Deutsche Bank einen grundlegenden operativen Kurswechsel beim Hamburger Konzern. Neben einer Beschleunigung der Innovationszyklen und höheren Werbeausgaben müsse Beiersdorf vor allem wieder an Agilität gewinnen – sowohl gegenüber großen Wettbewerbern als auch gegenüber kleineren, dynamischeren Marken.

In der Folge senkt die Bank ihre Gewinnprognosen: Das erwartete Ergebnis je Aktie (EPS) wird für 2026 um 5,6 % und für 2027 um 5,8 % nach unten angepasst.

Trotz dieser Revisionen liegen die Schätzungen weiterhin leicht über dem Marktkonsens – um 0,4 % für 2026 und 1,6 % für 2027.

An der Frankfurter Börse zeigte sich die Beiersdorf-Aktie am Mittwoch kaum verändert und legte um 0,2 % zu, nachdem sie am Vortag im Zuge enttäuschender Erstquartalszahlen um 3,5 % gefallen war.