Alle vier Geschäftsbereiche des ehemaligen Sorgenkinds des europäischen Bankensektors weisen ein sehr starkes Wachstum der Vorsteuer- und Vorprovisionsgewinne aus. Auf Konzernebene steigt dieser Wert um 61 %, und die Profitabilität kehrt – endlich – in einen zweistelligen Bereich zurück.

Wie bei anderen Schwergewichten der Wall Street werden diese beeindruckenden Entwicklungen vor allem von den Handelsaktivitäten der Investmentbank getragen – keine Überraschung im Fall der Deutschen Bank – und in geringerem Maße vom Asset-Management-Geschäft, das ebenfalls von der robusten Verfassung der Finanzmärkte profitiert.

Der materielle Buchwert je Aktie ist in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt um 5,8 % pro Jahr gestiegen – auch wenn man damit noch deutlich hinter der Entwicklung US-amerikanischer Banken zurückbleibt – und erreicht zum Ende des Geschäftsjahres 31 Euro. Die Aktie der Deutschen Bank notiert damit in etwa auf diesem Niveau, ähnlich wie übrigens auch BNP Paribas.

Beide Institute liegen weiterhin hinter ihren italienischen oder britischen Vergleichswerten wie UniCredit, Barclays oder NatWest zurück. Siehe hierzu etwa Deutsche Bank: Deutliche Unterbewertung hält an“, veröffentlicht im Juni vergangenen Jahres an gleicher Stelle.

Gleichwohl sollten die Erfolge des vor sechs Jahren gestarteten Restrukturierungsplans nicht unterschätzt werden, der eine lange Abfolge von Fehlentwicklungen seit der Subprime-Krise beenden sollte.

Für das Jahr 2025 lassen sich daher insbesondere die exzellente Kostenkontrolle, der über die vergangenen vier Quartale kontinuierliche Rückgang der Risikovorsorgen nach dem sprunghaften Anstieg im Zuge der lähmenden Zollthematik sowie – zumindest auf dem Papier – vollkommen zufriedenstellende Kapitalquoten hervorheben.

Es handelt sich somit um eine echte Wiederauferstehung der Deutschen Bank, die seit fast fünfzehn Jahren nicht mehr zu einem Kurs auf Höhe ihres materiellen Eigenkapitalwerts gehandelt worden war. Im Durchschnitt entsprach ihre Marktkapitalisierung vielmehr etwa der Hälfte dieses Wertes.

Dennoch erscheint es plausibel, dass sich die Aktie vorerst in etwa auf diesem Niveau einpendeln dürfte und kurzfristig nur schwer darüber hinauskommt. Bezogen auf das soeben abgeschlossene Geschäftsjahr 2025 plant die Deutsche Bank zwar, 2,9 Mrd. Euro an ihre Aktionäre zurückzuführen, davon rund 1 Mrd. Euro in Form von Aktienrückkäufen – dies steht jedoch einer inzwischen auf über 60 Mrd. Euro gestiegenen Marktkapitalisierung gegenüber.