Der Konjunkturerwartungsindex fiel im Februar auf 58,3 Punkte, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten hingegen einen Anstieg auf 65,0 Punkte erwartet, nach 59,6 Punkten im Vormonat.
Trotz eines Rückgangs um 1,3 Punkte gegenüber Januar deuten die Umfrageergebnisse laut Ankita Amajuri, Ökonomin bei Pantheon Macroeconomics, weiterhin darauf hin, dass die Befragten optimistisch hinsichtlich der Aussichten für die kommenden sechs Monate bleiben.
Im vergangenen Jahr ist das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands erstmals seit drei Jahren wieder gewachsen, da Konsumenten und ein Anstieg der Staatsausgaben eine schleppende Erholung in Gang setzten.
Die deutsche Wirtschaft wird laut der Industrie- und Handelskammer in diesem Jahr voraussichtlich um 1% wachsen, wie am Dienstag mitgeteilt wurde.
HOHE ERWARTUNGEN AN STAATLICHE AUSGABEN
Während sich die Konjunkturerwartungen verschlechterten, verbesserte sich die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage weiter und stieg auf ein Siebenmonatshoch von minus 65,9 nach minus 72,7.
"Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer Phase der Erholung, wenn auch in einer fragilen," sagte ZEW-Präsident Achim Wambach und verwies auf weiterhin erhebliche strukturelle Herausforderungen, insbesondere für die Industrie und private Investitionen.
Exportorientierte Branchen zeigten im Februar moderate bis starke Verbesserungen, wobei sich die Aussichten insbesondere für die Chemie- und Pharmaindustrie, die Stahl- und Metallproduktion sowie den Maschinenbau verbesserten. Dies spiegelt besser als erwartete Auftragseingänge Ende 2025 wider.
Die wirtschaftlichen Hoffnungen bleiben aufgrund der geplanten zusätzlichen Staatsausgaben hoch, sagte Alexander Krueger, Chefökonom bei Hauck Aufhäuser Lampe.
Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr eine deutliche Ausweitung der öffentlichen Ausgaben beschlossen, die sich auf Verteidigung und Infrastruktur konzentriert, doch es dauert, bis diese Maßnahmen in der Wirtschaft ankommen.
"Erwartungen allein machen noch keine Wirtschaft; entscheidend ist die Umsetzung in Produktion," so Krueger.
Die wirtschaftliche Erholung verläuft zudem offenbar uneinheitlich, sagte Ulrich Wortberg, Senior-Ökonom bei Helaba.
Banken und Versicherungen sowie die Informationstechnologiebranche erleben laut der ZEW-Umfrage negative Entwicklungen.




















