Heineken kündigte am Mittwoch an, in den kommenden zwei Jahren bis zu 6.000 Stellen weltweit zu streichen und die Erwartungen für das Gewinnwachstum im Jahr 2026 gegenüber dem Vorjahr zu senken, da der niederländische Brauereikonzern und seine Wettbewerber mit einer schwachen Biernachfrage kämpfen.
Dies verschärft die Herausforderungen für den weltweit zweitgrößten Brauer nach Anheuser-Busch InBev, der im Januar nach sechs Jahren im Amt den Rücktritt von van den Brink als CEO ankündigte – vor dem Hintergrund rückläufiger Bierverkäufe und Unzufriedenheit unter den Investoren.
Der Hersteller von Tiger und Amstel sowie des gleichnamigen Lagers sucht weiterhin nach einem neuen CEO.
Hier sind einige der Herausforderungen, denen sich der neue Vorstand stellen muss, um Investoren zu beruhigen und sich gegen Rivalen wie AB InBev und Carlsberg zu behaupten.
WACHSENDE ABSATZMENGEN
Die Hoffnung auf eine Erholung nach stagnierenden oder rückläufigen Bierverkäufen wurde durch alles von schlechtem Wetter bis zu politischer Turbulenz zunichte gemacht.
Analysten gehen derzeit davon aus, dass die Absatzmengen bis 2027 deutlich hinter dem mittleren einstelligen Wachstum zurückbleiben werden, das sich Investoren erhoffen.
Und solange die Menschen nicht mehr Geld zur Verfügung haben, bleiben dem nächsten CEO von Heineken nur wenige Stellschrauben, um dies zu ändern.
Konkurrent Carlsberg versucht, die Mengen durch den Kauf des Softdrink-Herstellers Britvic zu steigern – eine Strategie, die dem dänischen Unternehmen helfen könnte, schwache Bierverkäufe und einen möglichen allgemeinen Rückgang des Alkoholkonsums auszugleichen. Brauereien können auch mehr Ressourcen in alkoholfreies Bier investieren, ein Segment, das schnell wächst.
RENDITE FÜR INVESTOREN
Heineken hinkt bei der Gesamtrendite für Anleger – bestehend aus Kurssteigerungen und Dividenden – hinterher. Einige Wettbewerber wie AB InBev verfügen über milliardenschwere Aktienrückkaufprogramme.
KOSTEN SENKEN
Investoren sehen Heineken bei der Kosteneffizienz hinter AB InBev zurück. Einige fordern, dass mehr von den jährlich versprochenen 500 Millionen Euro (583 Millionen US-Dollar) an Einsparungen direkt in das Ergebnis einfließen.
Der neue CEO muss sorgfältig abwägen, wo gekürzt wird. Heineken muss an den richtigen Stellen investieren, um zu profitieren, wenn die Nachfrage zurückkehrt.
ZU VIELE BRAUEREIEN?
Einige Investoren und Analysten meinen, dass Heineken zu viele Brauereien betreibt, insbesondere in reifen Märkten wie Europa, wo das Wachstumspotenzial begrenzt ist. Manche befürchten, dass sich die Einstellungen zum Trinken ändern und die Mengen weiter sinken werden.
Der neue Heineken-Chef muss Standorte schließen oder – wie sein Vorgänger – die Produktionskapazitäten des Unternehmens verteidigen.
DIE STIMMUNG WIEDERHEBEN
Während die Bewertungen des Biersektors seit 2021 deutlich gesunken sind, da die Hoffnung auf zukünftige Gewinne schwand, hat Heineken am meisten eingebüßt.
Um die Bewertung wieder zu steigern, müssen Optimismus bei Absatz und Gewinn geweckt werden – selbst in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Turbulenzen, Sorgen um den Alkoholkonsum künftiger Generationen und neuen Bedrohungen wie dem Aufstieg von Abnehmmitteln.
(1 US-Dollar = 0,8571 Euro)



















