In den USA ist die Zahl der Erwähnungen des Begriffs „Konjunkturabschwächung“ so niedrig wie seit 2007 nicht mehr. Das zeigt eine Analyse der Ergebniskonferenzen während der jüngsten Berichtssaison.

Quelle: Bloomberg
Diese Zahl mag überraschen, denn gleichzeitig mehren sich die Sorgen über eine Abkühlung des Arbeitsmarkts. So hat etwa die Challenger-Erhebung vergangene Woche ergeben, dass die Zahl der angekündigten Entlassungen erstmals seit 2009 wieder die Marke von einer Million überschritten hat.
Doch bislang überwiegt der Optimismus. Die Aktienindizes notieren nahe ihren historischen Höchstständen, das KI-Thema bleibt ein starker Wachstumstreiber, und die Gewinnschätzungen werden weiter nach oben korrigiert.
Der US-Markt in einem einzigen Chart zusammengefasst
Es ist längst kein Geheimnis mehr: Die Wall Street wird von einer kleinen Gruppe an Mega-Caps dominiert, die maßgeblich für die Performance der Indizes verantwortlich sind. Einige der früher als GAFAM bekannten Titel gehören heute zu den sogenannten „Glorreichen Sieben“ – ergänzt um Nvidia und Tesla.
In den letzten sechs Jahren war die Outperformance dieser Titel beeindruckend. Der Index, der die sieben Schwergewichte abbildet, hat sich in dieser Zeit ver-13-facht – gegenüber lediglich dem 3,5-Fachen bei den übrigen 493 Werten des S&P 500.
Quelle: Apollo Global Management
Unternehmen mit besserer Bonität als Staaten
Ein bemerkenswertes Phänomen, das seit einigen Monaten zu beobachten ist: Manche Unternehmen nehmen Kapital zu günstigeren Konditionen auf als ihre eigenen Staaten. Beispiele sind Siemens, Airbus oder Microsoft.

Quelle: Bloomberg
Es ist ein Zeichen der Zeit: Staatsschulden sind weltweit explodiert, Haushaltsdefizite kaum noch kontrolliert. In diesem Umfeld gelten große Konzerne mit extrem soliden Bilanzen – viel Liquidität, kaum Schulden – aus Investorensicht als sicherer als Staaten. Die Folge: ein Renditeaufschlag zu ihren Gunsten.

















