Der IBEX 35 startete am Freitag mit einer zaghaften Erholung, nachdem eine Woche extremer Volatilität vom Krieg der USA und Israels gegen den Iran sowie von Sorgen um die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft geprägt war. In diesem Umfeld suchten Anleger nach sicheren Anlagen, wobei der Ölpreis als wichtigster Risikoindikator galt.
Ein Rückgang des Ölpreises verschaffte den weltweit stark gebeutelten Börsen etwas Erleichterung. Dennoch musste der spanische Leitindex in dieser Woche einen herben Verlust hinnehmen: In den letzten fünf Tagen verlor er laut den frühen Kursen am Freitag über 1.000 Punkte, was rund 5,6% entspricht.
Parallel dazu verarbeitete der Markt widersprüchliche Signale aus den USA, wie der Anstieg der Energiepreise eingedämmt werden könnte. Einerseits erklärte ein ranghoher Vertreter des Weißen Hauses, dass die US-Regierung überlege, am Terminmarkt zu intervenieren, um den Preisanstieg zu bremsen, und Ausnahmen für den Kauf von russischem Öl gewähren könnte, um die durch den Konflikt mit dem Iran verursachten Lieferengpässe zu lindern.
Allerdings sagte eine mit der US-Regierung vertraute Quelle, dass die Administration von Donald Trump derzeit davon absieht, das Finanzministerium mit Verhandlungen über Öltermingeschäfte zu beauftragen, wie Bloomberg News berichtet.
Präsident Donald Trump erklärte zudem am Donnerstag, er mache sich keine Sorgen über den durch den Konflikt mit dem Iran verursachten Anstieg der Benzinpreise in den USA und betonte in einem exklusiven Interview mit Reuters, dass die US-Militäroperation für ihn Vorrang habe.
Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hat die Märkte in dieser Woche erschüttert und Investoren dazu veranlasst, Sicherheit im Bargeld zu suchen, da sie davon ausgehen, dass der Konflikt länger andauern könnte als zunächst angenommen.
Die Händler haben auch aggressivere Zinserwartungen der großen Zentralbanken eingepreist, angesichts des Risikos eines Inflationsanstiegs, falls die Energiepreise weiter steigen.
Mit Blick auf die Freitagssitzung richtete sich der Fokus der Märkte auf den US-Arbeitsmarktbericht. Die Zahl der Arbeitsplätze soll laut einer Reuters-Umfrage unter Ökonomen im vergangenen Monat um 59.000 gestiegen sein, nachdem sie im Januar um 130.000 zugenommen hatte. Die Arbeitslosenquote dürfte stabil bei 4,3% geblieben sein.
Dennoch merkt Renta 4 in seinem Tagesbericht an, dass "makroökonomische Daten in der aktuellen geopolitischen Lage an Bedeutung verlieren, da der durch die Spannungen an den Energiemärkten verursachte Inflationsdruck die Geldpolitik der Fed beeinflussen könnte".
"In diesem Zusammenhang ist hervorzuheben, dass die erste Zinssenkung der Fed auf September verschoben wurde und die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Senkung in diesem Jahr auf 55% gesunken ist. Obwohl bei der Sitzung am 18. März keine Änderung des Leitzinses erwartet wird, liegt die gesamte Aufmerksamkeit auf den Projektionen und dem sogenannten 'Dot Plot'", fügten diese Analysten hinzu. Das "Dot Plot" ist eine Grafik, die die Prognosen der Fed-Vertreter zu den künftigen Zinssätzen zeigt.
Vor diesem Hintergrund stieg der spanische Leitindex IBEX 35 am Freitag um 08:05 Uhr GMT um 28,00 Punkte bzw. 0,16% auf 17.273,20 Punkte, während der europäische Blue-Chip-Index FTSE Eurofirst 300 um 0,20% zulegte.
Im Bankensektor verlor Santander 0,16%, BBVA legte 0,16% zu, Caixabank gab 0,49% nach, Sabadell gewann 0,03%, Bankinter verlor 0,11% und Unicaja Banco gab 0,08% ab.
Unter den großen Nicht-Finanzwerten legte Telefónica 0,53% zu, Inditex stieg um 0,19%, Iberdrola gewann 0,05%, Cellnex legte 0,94% zu und der Ölkonzern Repsol zeigte kaum Veränderung.
(Bericht von Tomás Cobos; bearbeitet von Benjamín Mejías Valencia)


















