Der Spotpreis für Gold notiert aktuell bei 5.293 Dollar je Unze, nachdem er zuvor zeitweise über 5.300 Dollar gestiegen war. Seit Jahresbeginn hat das Edelmetall bereits rund 20 % zugelegt.
Als klassischer sicherer Hafen in Zeiten erhöhter Unsicherheit profitiert das gelbe Metall – dessen Preis seit Ende 2022 nahezu exponentiell gestiegen ist – nicht nur von geopolitischen Sorgen, sondern auch von einem schwächeren Dollar vor dem Hintergrund möglicher weiterer Zinssenkungen der US-Notenbank. Hinzu kommt eine weiterhin robuste Nachfrage der Zentralbanken, die nun zunehmend auch von verstärktem Interesse privater Investoren begleitet wird.
Die jüngsten Spannungen in den Beziehungen zwischen Washington und mehreren europäischen Hauptstädten im Zusammenhang mit der Grönland-Frage scheinen die Attraktivität von Gold als sicherer Hafen zusätzlich gestärkt zu haben.
„Der Sprung über die Marke von 5.000 Dollar ist nicht nur eine runde Zahl“, sagte Alexis Monceaux, Experte bei Godot & Fils, einem 1933 gegründeten Unternehmen, das als Referenz im Edelmetallhandel gilt.
„Er ist ein Symptom eines weit verbreiteten Vertrauensverlusts in die Stabilität des internationalen Systems“, so der Spezialist weiter.
„Gold steigt nicht nur, weil Trump die Menschen beunruhigt. Es steigt, weil sich die geopolitischen und geldpolitischen Fundamentaldaten tiefgreifend verschlechtert haben. Dieser neue Rekord könnte durchaus nur eine Etappe auf dem weiteren Weg sein“, fügte er hinzu.
Angesichts der erratischen Außenpolitik von Donald Trump werde Gold laut Alexis Monceaux wieder einmal zu dem, was es in Krisenzeiten immer gewesen sei: eine „Versicherung gegen das Chaos“.
Dabei war bereits das Jahr 2025 ein historisches: Der Spotpreis für Gold markierte Rekord um Rekord, überschritt im März die Schwelle von 3.000 Dollar und im Oktober jene von 4.000 Dollar. Auf Jahressicht summierte sich das Plus auf nahezu 73 %.
Diese Rally vermittelte Anlegern ein Gefühl von „leicht verdientem Geld“, zumal Gold alle anderen Anlageklassen hinter sich ließ – allen voran Bitcoin, der nach zwei starken Jahren 2023 und 2024 im vergangenen Jahr um 8 % nachgab.
Optimisten setzen weiterhin auf einen schwachen Dollar – nicht zuletzt infolge des wachsenden Misstrauens gegenüber der US-Staatsverschuldung –, um die positive Dynamik am Goldmarkt aufrechtzuerhalten.
In einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Studie hob Goldman Sachs seine Prognose für den Goldpreis zum Jahresende 2026 an. Die US-Investmentbank rechnet nun mit einem Preis von 5.400 Dollar je Unze, nachdem zuvor 4.900 Dollar erwartet worden waren.
Zugleich räumt das Institut ein, dass die Unsicherheit über den künftigen Kurs der globalen Geldpolitik in den kommenden Monaten Abwärtsrisiken mit sich bringen könnte.
Das Ergebnis der Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve, die für Mittwochabend angesetzt ist, dürfte daher von den Marktteilnehmern mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden.
„Beruhigende Signale könnten Gold weiter nach oben treiben, während vorsichtigere Aussagen die Rally bremsen könnten“, warnte Frank Walbaum, Marktanalyst bei Naga.
Könnte der spektakuläre Anstieg der Goldpreise, der nun seit mehr als drei Jahren anhält, irgendwann an sein Ende kommen?
„Zweifellos sind die Preise in sehr kurzer Zeit sehr stark gestiegen, sodass eine Konsolidierungsphase durchaus gesund wäre“, sagte Michael Brown von Pepperstone. „Aus meiner Sicht spricht der mittelfristige Trend jedoch weiterhin für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung“, so sein Fazit.


















