Der IBEX 35 eröffnete am Freitag mit Verlusten, was seine vierte aufeinanderfolgende Negativsitzung werden könnte. Die Stimmung wurde durch die erneute Nervosität im Technologiesektor belastet, während die Anleger auf die US-Inflationsdaten warten, die für den weiteren Kurs der Zinspolitik entscheidend sind.

Die Sorge um schrumpfende Margen bei Digitalunternehmen lastete auf Apple, das auf den elektronischen Handelsplattformen rund 5 % verlor. Dies förderte die Flucht in US-Staatsanleihen und ließ den spanischen Leitindex auf einen Wochenverlust von etwa 0,7 % zusteuern.

Die neue Verkaufswelle wurde ausgelöst, nachdem Cisco Systems am Mittwoch eine Marge unter den Erwartungen aufgrund gestiegener Speicherchip-Preise meldete. Die Aktie brach um 12 % ein und vernichtete rund 40 Milliarden Dollar an Börsenwert, was den Nasdaq Composite um 2 % nach unten zog.

Dennoch wird der Fokus des Marktes am Freitag auf den US-Inflationsdaten liegen. Prognosen gehen von einem monatlichen Anstieg des Kernwerts um 0,3 % aus, was ausreichen dürfte, um die jährliche Rate von 2,7 % auf 2,5 % zu senken.

"Wenn der Verbraucherpreisindex wie erwartet ausfällt, wird dies zusammen mit dem Impuls, den Applied Materials dem Technologiesektor gibt, zu einer positiven Börsensitzung führen. Auch Anleihen würden einen rückläufigen Inflationswert feiern, und wir hätten nach den Rückgängen gestern und der Unbeständigkeit der vergangenen Sitzungen einen positiven Wochenausklang", erklärten Analysten von Bankinter in ihrem Telegram-Kanal.

Applied Materials prognostizierte am Donnerstag für das zweite Geschäftsquartal einen Umsatz und Gewinn über den Schätzungen und setzt auf einen Boom bei der Nachfrage nach KI-Prozessoren sowie auf einen weltweiten Mangel an Speicherchips, der den Absatz von Chipfertigungsanlagen ankurbelt.

Auch von der Handelsfront kamen positive Signale: Die Financial Times berichtete am Freitag, dass der US-Präsident Donald Trump plane, einige Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte zu senken, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen mitteilten.

Darüber hinaus unterzeichnete die US-Regierung ein endgültiges gegenseitiges Handelsabkommen, das einen Zollsatz von 15 % auf Importe aus Taiwan bestätigt. Im Gegenzug verpflichtet sich Taiwan, einen Zeitplan zur Abschaffung oder Reduzierung der Zölle auf nahezu alle US-Produkte einzuhalten.

Mit diesen Faktoren fiel der spanische Leitindex IBEX 35 am Freitag um 08:02 GMT um 74,80 Punkte bzw. 0,40 % auf 17.823,10 Punkte, während der europäische Großwertindex FTSE Eurofirst 300 unverändert blieb.

Im Wochenverlauf weist der IBEX 35 einen Rückgang von 0,68 % auf.

Im Bankensektor verlor Santander 1,50 %, BBVA gab 0,76 % nach, Caixabank büßte 0,57 % ein, Sabadell fiel um 0,19 %, Bankinter gab 0,94 % ab und Unicaja Banco verlor 0,68 %.

Unter den großen Nicht-Finanzwerten legte Telefónica um 0,03 % zu, Inditex stieg um 0,31 %, Iberdrola verteuerte sich um 0,10 %, Cellnex gewann 1,40 % und der Ölkonzern Repsol stieg um 0,09 %.

(Informationen von Tomás Cobos; Redaktion: María Bayarri Cárdenas)