Frankfurt, 16. Apr (Reuters) - Die Hoffnung auf eine baldige Beendigung des Iran-Krieges hat den Dax am Donnerstag gestützt. Der deutsche Leitindex rückte um 0,3 Prozent auf 24.135 Zähler vor. Anleger spekulierten auf eine Verlängerung des Waffenstillstandes und einen dauerhaften Frieden, sagte Thomas Altmann von QC Partners. Doch selbst ein Friedensschluss bedeute nicht die unmittelbare Rückkehr zum Vor-Kriegs-Status, warnte der Experte. "Hier werden gestörte Lieferketten, beschädigte und heruntergefahrene Förderanlagen und hohe Energiekosten noch lange für Belastungen sorgen."

Am Mittwoch hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, die Verhandlungen zwischen Vertretern der USA und des Iran in Pakistan könnten schon in den nächsten zwei Tagen wieder aufgenommen werden. Insidern zufolge zieht der Iran eine teilweise Öffnung der Straße von Hormus in Erwägung. Damit rückt die Islamische Republik erstmals von Maximalforderungen ab. Bislang wollte die Regierung in Teheran Gebühren für die Durchfahrt durch die internationale Wasserstraße erheben und die Souveränität über die Meerenge beanspruchen. Der Iran blockiert den Verkehr durch die Meerenge, über die etwa 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssiggasexporte abgewickelt werden. Die USA hatten am Montag zudem eine Blockade gegen Öltanker verhängt, die iranische Häfen verlassen. Seit dem 8. April gilt eine zweiwöchige Feuerpause zwischen den USA und dem Iran.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten in den ersten Minuten BASF und SAP mit einem Plus von jeweils rund 0,7 Prozent. Im SDax zündete Gerresheimer ein Kursfeuerwerk, die Titel gewannen bis zu 19,1 Prozent. Der angeschlagene Verpackungskonzern hat von seinen Banken und Schuldschein-Gläubigern mehr Zeit für die Lösung seiner Bilanzierungsprobleme bekommen. Die Papiere von Heidelberger Druck rutschten im Kleinwerteindex dagegen um mehr als neun Prozent ab. Der Druckmaschinenhersteller verfehlte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 sein Ergebnisziel.

(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)