DOW JONES--Der Aufschwung an den europäischen Börsen geht weiter. Der DAX wird am Donnerstag voraussichtlich die Widerstandszone zwischen 24.450 und dem Allzeithoch bei 24.772 anlaufen. Vorbörsenindikationen sehen ihn bei 24.473 Punkten, 0,4 Prozent höher als am Vortag. Sollte er am Donnerstag oder in den kommenden Tagen auf nachhaltige neue Rekorde ausbrechen, würde sich die Jahresendrally mit neuen Kaufsignalen erst richtig entfalten, wie ein Marktanalyst sagt. Die Chancen dafür seien gut, einerseits wegen der steigenden Gewinnschätzungen aufgrund der günstigen Berichtssaison und zum anderen wegen der Anzeichen eines moderaten Konjunkturaufschwungs im kommenden Jahr.

Das Ende des Shutdown in den USA sei dagegen an den globalen Märkten weitgehend eingepreist: "Die Musik spielt derzeit an den europäischen Märkten", meint ein Händler. Die Relativ Stärke habe klar Richtung Europa gedreht, und zuletzt auch wieder Richtung DAX.

Auf globaler Ebene hat eine Rotation raus aus hoch bewerteten Technologiewerten und rein in konjunkturabhängigere so genannte Value-Werte eingesetzt und hier besonders in Bankaktien. "Die europäischen Banken dürften ihre Hausse auch am Donnerstag mit neuen Allzeithochs fortsetzen", so ein Teilnehmer. Besonders gefragt seien derzeit Deutsche Bank, aber auch die Papiere spanischer, französischer und italienischer Finanzinstitute. An der Wall Street seien am Mittwoch mehrere Banken auf neue Allzeithochs gestiegen.

Im Blick steht weiterhin die Berichtssaison, unter anderem mit den Geschäftszahlen von Siemens, Merck und der Deutschen Telekom.

Für die Aktie der Deutschen Telekom sieht ein Marktteilnehmer nach den Zahlen weiteres Erholungspotenzial. "Der Konzern hat geliefert", meint er mit Blick auf eine erneut leicht erhöhte Prognose. Auch der Dividenden-Vorschlag von 1 Euro sei verglichen mit der Konsensschätzung von 98 Cent in Ordnung. Zudem dürfte das Aktienrückkaufprogramm über 2 Milliarden Euro stützen. Im Spezialistenhandel geht es um 1,8 Prozent nach oben.

Von überraschend guten Zahlen spricht der Marktteilnehmer auch mit Blick auf Merck. Die Zahlen lägen in der Breite über den Prognosen. Den Ausblick hat Merck allerdings lediglich in der Mitte der bisherigen Prognosen eingeengt. Merck werden 3,5 Prozent höher gestellt.

Siemens hat die Erwartungen dagegen nicht ganz erfüllt. "Allerdings waren die Erwartungen auch sehr hoch", so ein Börsianer. Die Margen lägen überwiegend leicht unter den Prognosen, Umsatz und Auftragseingang hätten sie dagegen getroffen. "Gut ankommen sollte die klare Konzentration auf das Digitalgeschäft", so der Marktteilnehmer weiter Daneben stütze die Entwicklung um Siemens Healthineers. Siemens will per Abspaltung 30 Prozent an der Tochter an die Aktionäre verteilen und so den Anteil auf 37 Prozent senken. Damit würde Siemens zwar kein zusätzliches Geld einnehmen. Der Konzern müsste die Medizintechnik-Tochter dann aber nicht mehr in der Bilanz konsolidieren, und für den Kurs von Healthineers wäre das voraussichtlich kursschonender als eine Reihe von Platzierungen. Siemens geben um gut 3 Prozent nach, Healthineers tendieren zunächst wenig verändert.

Talanx ziehen um etwa 3 Prozent an. Die Muttergesellschaft von Hannover Rück hat die Prognose erhöht.

Keinen Kursimpuls sieht ein Marktteilnehmer in den Zahlen von Renk. "Die Quartalszahlen sind für die Kursfindung wenig relevant", sagt er. Der Kurs des Rüstungsunternehmens lebe nur von den langfristigen Perspektiven. Zudem lägen die Zahlen nahe an den Erwartungen, und den Ausblick habe Renk bekräftigt. Vorbörslich geht es für Renk leicht nach oben.

Wenig tut sich kursmäßig bei Bilfinger. "Die Zahlen liegen weitgehend nahe an den Erwartungen", sagt ein Marktkenner.

Einen Tick unter den Erwartungen liegen nach Händlermeinung die Zahlen des Autovermieters von Sixt. Die Aktie zieht dennoch zunächst um 1 Prozent an.


Devisen            zuletzt        +/- %  0:00 Vortag   Mi, 17:09   % YTD 
EUR/USD             1,1593        +0,0%       1,1590      1,1598  +11,8% 
EUR/JPY             179,47        +0,1%       179,32      179,44   +9,6% 
EUR/CHF             0,9256        +0,1%       0,9245      0,9242   -1,2% 
EUR/GBP             0,8831        +0,0%       0,8827      0,8829   +6,4% 
USD/JPY             154,81        +0,1%       154,72      154,72   -2,0% 
GBP/USD             1,3128        -0,0%       1,3131      1,3135   +5,1% 
USD/CNY             7,0726        -0,1%       7,0780      7,0811   -1,7% 
USD/CNH             7,0989        -0,2%       7,1119      7,1126   -2,9% 
AUS/USD             0,6572        +0,5%       0,6538      0,6543   +5,5% 
Bitcoin/USD     103.927,70        +1,9%   101.951,10  101.890,80   +8,8% 
 
 
ROHÖL              zuletzt  VT-Settlem.        +/- %     +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex            58,46        58,49        -0,1%       -0,03  -15,1% 
Brent/ICE            62,67        62,71        -0,1%       -0,04  -13,0% 
 
 
METALLE            zuletzt       Vortag        +/- %     +/- USD   % YTD 
Gold              4.216,56     4.197,48        +0,5%       19,08  +57,3% 
Silber               54,16        53,28        +1,7%        0,89  +77,4% 
Platin            1.400,07     1.397,28        +0,2%        2,79  +56,1% 
Kupfer                5,14         5,11        +0,7%        0,03  +25,0% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/gos

(END) Dow Jones Newswires

November 13, 2025 02:32 ET (07:32 GMT)