DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte werden zum Start in die Woche zunächst etwas leichter erwartet. So wird der DAX am Morgen 0,1 Prozent tiefer bei 25.234 Punkten gesehen. Der Impuls kommt einmal mehr aus den USA, dort tendieren die US-Futures schwächer. Erneut sorgt für Verunsicherung, dass die US-Regierung eine neue Attacke auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank gestartet hat. Die US-Notenbank hat nach Angaben ihres Chefs Jerome Powell eine Vorladung vom US-Justizministerium erhalten. Dabei gehe es um den 2,5 Milliarden Dollar teuren Umbau der Fed-Zentrale in Washington. Powell bezeichnet die Maßnahme allerdings als Vorwand. Tatsächlich gehe es darum, den Druck auf ihn zu erhöhen, die Leitzinsen zu senken.

Momentan wird am Markt davon ausgegangen, dass die US-Notenbank die Leitzinsen auf ihrer Sitzung Ende Januar bestätigen wird - US-Präsident Donald Trump ist dagegen im Lager derjenigen zu finden, die nach einer Zinssenkung rufen. Nachdem die US-Arbeitslosenquote am Freitag auf 4,4 Prozent gefallen war, fiel auch die Erwartung auf eine Zinssenkung um 25 Basispunkte auf nur noch 5 Prozent. Zudem prognostizieren die GDPNow-Daten der Federal Reserve Atlanta ein BIP-Wachstum im vierten Quartal 2025 von sagenhaften 5,1 Prozent. Auch diese Daten wird Powell im Blick haben. Unter dem anhaltenden Machtgerangel über die zukünftige Zinspolitik leidet der Dollar, der Euro legt im Gegenzug auf 1,1667 Dollar zu.

Bei den Edelmetallen geht es aber deutlicher aufwärts, sie könnten als vermeintlich sichere Häfen Zulauf erhalten - gestützt durch die Situation im Iran und die Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed. Gold verteuert sich um 1,5 Prozent auf 4.577 Dollar und ist damit so teuer wie nie. Die Entwicklung im Iran beschert nicht nur geopolitische Sorgen, sondern gefährdet auch die Förderung von knapp 2 Millionen Barrel Öl pro Tag im Land. In Folge legten die Preise zum Wochenschluss zu, bewegen sich aber am Morgen kaum mehr.

Die Nachrichtenlage von Unternehmensseite ist bisher recht überschaubar, was sich spätestens am Dienstag ändern dürfte. Dann startet in den USA die Berichtssaison mit der Vorlage der Quartalszahlen zum vierten Quartal mit JP Morgan und Bank of New York Mellon. Am Mittwoch folgen dann Citigroup, Bank of America sowie Wells Fargo. Den Reigen beenden zunächst Blackrock, Goldman Sachs und Morgan Stanley am Donnerstag.

Mit Blick auf die Sektoren sprechen Marktteilnehmer von einem guten Umfeld für Chipwerte. In Asien setzen TSCM und Samsung Electronics ihre Aufwärtstrends fort. In den USA stieg der Philadelphia Semiconductor am Freitag um 2,7 Prozent auf Allzeithoch, angeführt von zweistelligen Gewinnen bei Intel, aber auch von kräftigen Aufschlägen bei Broadcom. "Von daher spricht nichts gegen Anschlusskäufe in europäischen Titeln wie ASML oder auch Infineon", so ein Marktteilnehmer.


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Devisen                   zuletzt        +/- %  0:00 Vortag  Fr, 17:03   % YTD 
EUR/USD                    1,1684        +0,4%       1,1632     1,1643   -1,0% 
EUR/JPY                    184,45        +0,3%       183,88     183,78   -0,2% 
EUR/CHF                    0,9305        -0,1%       0,9317     0,9323   +0,2% 
EUR/GBP                    0,8689        +0,1%       0,8683     0,8674   -0,5% 
USD/JPY                    157,87        -0,1%       158,05     157,84   +0,7% 
GBP/USD                    1,3447        +0,4%       1,3398     1,3422   -0,5% 
USD/CNY                    7,0078        -0,0%       7,0093     7,0071   -0,2% 
USD/CNH                    6,9716        -0,1%       6,9764     6,9730   -0,0% 
AUS/USD                    0,6707        +0,3%       0,6686     0,6685   +0,2% 
Bitcoin/USD             91.735,45        +1,5%    90.413,75  91.350,30   +2,0% 
 
ROHÖL                     zuletzt  VT-Settlem.        +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                   59,09        59,12        -0,1%      -0,03   +2,3% 
Brent/ICE                   63,33        63,34        -0,0%      -0,01   +3,5% 
 
METALLE                   zuletzt       Vortag        +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold                     4.581,91     4.509,97        +1,6%      71,94   +4,4% 
Silber                      83,90        79,63        +5,4%       4,27  +11,7% 
Platin                   2.017,17     1.956,28        +3,1%      60,89  +11,5% 
Kupfer                       6,01         5,90        +1,9%       0,11   +3,1% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
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January 12, 2026 02:30 ET (07:30 GMT)