Übereinstimmenden Informationen zufolge werden die französischen und deutschen Vermittler nun getrennt ihre Schlussfolgerungen vorlegen, ohne eine Annäherung zwischen den beteiligten Industriekonzernen erreicht zu haben. Eine mit den Gesprächen vertraute Quelle geht sogar davon aus, dass der deutsche Vermittler zu dem Schluss kommen dürfte, dass die Entwicklung eines gemeinsamen Kampfflugzeugs nicht möglich ist. Im Zentrum der Blockade steht weiterhin der Konflikt zwischen Dassault Aviation und Airbus – letzterer vertritt die deutschen und spanischen Interessen – über die Governance-Struktur und die Aufteilung der Zuständigkeiten innerhalb des auf rund 100 Milliarden Euro geschätzten Programms.

Angesichts dieser Krise könnten die politischen Entscheidungsträger erneut die Initiative ergreifen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat seine Bereitschaft signalisiert, zur Lösung des Konflikts beizutragen, nachdem eine Frist bis Mitte April zur Einigung verstrichen ist. Dassault-Chef Éric Trappier hatte seinerseits gewarnt, das Projekt sei „tot“, sollte Airbus seine Position nicht ändern. Parallel dazu gewinnen alternative Szenarien an Kontur: Diskutiert wird etwa, den bemannten Kampfjet zugunsten einer vertieften Zusammenarbeit bei Software, Datensystemen und Drohnen aufzugeben. Ein Treffen zwischen Friedrich Merz und Emmanuel Macron am Rande eines EU-Gipfels in Zypern könnte sich als richtungsweisend für die Zukunft des FCAS erweisen.