Der globale Energiemarkt verbrachte das Jahr 2025 damit, durch ein Überangebot zu waten, während die Produzenten in Öl ertranken, das niemand wollte – und auch 2026 fällt es schwer, die Lager zu räumen.
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) stieg das Angebot um 3 Millionen Barrel pro Tag (bpd), da die USA, Brasilien und Guyana Rekordmengen förderten, während die OPEC+ ihre Kürzungen lockerte. Gleichzeitig stagnierte das Nachfragewachstum bei unter 1 Million bpd, gebremst durch den Vormarsch der Elektroautomobilität und eine höhere Energieeffizienz.
Handelsspannungen zwischen den USA und China trübten die Anlegerstimmung weiter ein. Kurz gesagt: Es gab viel zu viel Öl und zu wenige Abnehmer.
Für Dana Gas, das erste und größte private Erdgasunternehmen im Nahen Osten, schlug sich dieses globale Drama direkt in der Bilanz nieder. Da die Preise für Kondensat und Flüssiggas (LPG) an die Sorte Brent gekoppelt sind, drückte der Rückgang auf einen Durchschnittspreis von 69 USD den Umsatz nach unten.
Trotz operativer Erfolge – wie dem vorzeitigen Abschluss des KM250-Projekts – musste sich das Unternehmen gegen einen globalen Trend behaupten, der 2025 zu einer finanziellen Belastungsprobe machte. Es überrascht daher nicht, dass die Produktionszahlen unter dem Druck dieses globalen Engpasses litten.
Alles im Fluss beim Öl?
An der Produktionsfront förderte die Gruppe im Geschäftsjahr 2025 durchschnittlich 53.500 Barrel Öläquivalent pro Tag (boepd), ein Rückgang gegenüber den 56.500 boepd aus dem Vorjahr. Das Bild variierte je nach Region: In der Region Kurdistan (KRI) stieg die Produktion leicht um 2 % auf 40.900 boepd, da die lokalen Kraftwerke einen hohen Gasbedarf hatten und das Khor-Mor-Feld die Förderung steigerte.
In Ägypten hingegen war die Lage schwieriger; dort sank der Ausstoß um 23 % auf 12.600 boepd (nach 16.450 boepd), bedingt durch die natürliche Erschöpfung der Felder. Die gute Nachricht ist ein geplanter Investitionsschritt in Höhe von 100 Millionen USD, um den Rückgang der Felder umzukehren und das Wachstum im Jahr 2026 wieder anzukurbeln.
Der Abwärtstrend setzt ein
Wie erwartet verlief das Geschäftsjahr 2025 für Dana Gas etwas holprig: Der Nettogewinn sank um 14 % auf 476 Mio. AED im Vergleich zu 553 Mio. AED im Vorjahr. Der Umsatz verzeichnete ein Minus von 22 % und landete bei 1,28 Mrd. AED (nach 1,63 Mrd. AED), was primär auf die Abkühlung der Brent-Preise auf durchschnittlich 69 USD pro Barrel sowie die geringere Produktion in Ägypten zurückzuführen war.
Auf vergleichbarer Basis sank der Bruttoumsatz um etwa 13 %. Zum Jahresende beliefen sich die Barreserven auf 788 Mio. AED – ein deutlicher Sprung gegenüber den 392 Mio. AED im Geschäftsjahr 2024.
Mit Blick auf 2026 erwartet das Unternehmen, dass die Produktion dank einer neuen Pipeline in Kurdistan in der zweiten Jahreshälfte 75.000 boepd überschreiten wird. Es ist jedoch anzumerken, dass Anfang 2026 eskalierende Konflikte im Nahen Osten begannen, kritische Infrastrukturen zu bedrohen, was die ohnehin angespannte Produktionslage um eine geopolitische Volatilität erweitert.
Pipeline zum Profit?
Charttechnisch sieht Dana Gas derzeit solide aus und notiert bei 0,86 AED, was einem Zuwachs von 13,1 % im vergangenen Jahr entspricht. Zum Vergleich: Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 1 AED, bei einer Marktkapitalisierung von 6 Mrd. AED.
Obwohl das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11,8x etwas teurer ist als der historische Dreijahresdurchschnitt von 10,3x, sind die Dividendenaussichten vielversprechend. Wir erwarten eine Rendite von 6,9 % für 2026, die bis 2028 potenziell auf 11 % steigen könnte.
Alle fünf Analysten, die die Aktie beobachten, haben sich für ein "Buy"-Rating entschieden und halten an einem durchschnittlichen Kursziel von 1,2 AED fest. Das entspräche einem massiven Aufwärtspotenzial von 24,4 %, was den Titel zu einer verlockenden Wahl macht, sofern man die regionale Volatilität verkraften kann.
Wachstumsschmerzen
Apropos Volatilität: Dieser potenzielle Gewinn ist mit Risiken behaftet. Dana Gas steht unter ständiger Bedrohung, da die Spannungen im Nahen Osten das Kerngeschäft jederzeit massiv stören könnten.
Neben den physischen Risiken hat das Chaos in der Straße von Hormus die Schifffahrtsrouten in einen Albtraum verwandelt. Trotz großer Expansionspläne hängt die Bilanz des Unternehmens davon ab, ob der Nahe Osten endlich zur Ruhe kommt.


















