München/Berlin, 07. Mai (Reuters) - In der zum Verkauf stehenden Kunststoff- und Kautschuk-Sparte von Continental sollen weltweit 3000 Mitarbeiter gehen. In Deutschland seien von dem Stellenabbau etwa 1600 Mitarbeiter betroffen, deren Arbeitsplätze zum Teil in "Länder mit wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen verlagert" werden sollen, teilte die Continental-Sparte ContiTech am Donnerstag in Hannover mit. ContiTech will damit von 2028 an die Kosten um etwa 150 Millionen Euro im Jahr senken, wie das Unternehmen bereits im Herbst angekündigt hatte. Der Umfang des Stellenabbaus war bisher aber unklar. Die Sparte beschäftigt mehr als 20.000 Mitarbeiter weltweit, davon 7700 in Deutschland.

"ContiTech plant, alle Maßnahmen so sozialverträglich wie möglich zu gestalten", hieß es in der Mitteilung. Der Konzern setzt auf ein Freiwilligenprogramm, das sofort beginnen soll, sowie auf interne und externe Umschulungen. Schwerpunkte des Stellenabbaus seien die Verwaltungen in Hannover und - in geringerem Umfang - an anderen Standorten. Der Betriebsrat erklärte dazu, betriebsbedingte Kündigungen sollten bis mindestens Ende 2030 vermieden werden. Stattdessen sollten die Arbeitsplätze über Freiwilligenprogramme, Teilzeitarbeit, Versetzungen oder Vorruhestandsregelungen reduziert werden.

Zum Paket gehörten auch Investitionszusagen, die ein künftiger Käufer von ContiTech einhalten müsse, sowie die Sicherung von Aus- und Weiterbildung, sagte Betriebsratschef Matthias Tote. Continental habe zudem zugesichert, die Arbeitnehmervertreter in den Verkaufsprozess von ContiTech einzubinden. Dabei gehe es um die Auswahlkriterien für mögliche Käufer. Continental will ContiTech noch in diesem Jahr verkaufen, um sich ganz auf das Reifengeschäft zu konzentrieren. Berichten zufolge interessieren sich vor allem Finanzinvestoren für die Tochter, die Kautschuk- und Kunststoffprodukte außerhalb der Autoindustrie, also für industrielle Anwendungen, herstellt.

(Bericht von Alexander Hübner und Christina Amann, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)