Der vorherige Schritt zur Beseitigung des sogenannten Konglomeratsabschlags war die Abspaltung der Tochtergesellschaft Aumovio. Der Automobilzulieferer, der auf Elektronik- und Bremssysteme spezialisiert ist, wird seit dem vergangenen Herbst eigenständig an der Frankfurter Börse gehandelt.

Continental verbleibt damit als deutlich fokussierteres Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund 14 Mrd. Euro und operativen Margen, die wieder nachhaltig im zweistelligen Bereich liegen – ein Niveau, das der Konzern seit rund zwei Jahrzehnten nicht mehr erreicht hatte.

An der Marktkapitalisierung dürfte sich durch die Transaktion allerdings wenig ändern. Der Verkaufserlös von 3,1 Mrd. Euro in bar soll größtenteils über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Zu den größten Profiteuren zählt dabei die Schaeffler-Familie als bedeutendste Anteilseignerin.

Auf bereinigter Basis wird das Reifengeschäft von Continental mit dem 1,4-Fachen des Umsatzes beziehungsweise dem Zehnfachen des operativen Ergebnisses bewertet. Damit liegt die Bewertung am oberen Ende der Spanne vergleichbarer Wettbewerber wie Michelin, Pirelli, Goodyear oder Bridgestone. Rund die Hälfte des Umsatzes erzielt die Sparte in Europa, Afrika und dem Nahen Osten, etwa ein Drittel entfällt auf Nordamerika.

Bereits im Oktober 2024 hatte MarketScreener in einer Analyse darauf hingewiesen, dass das Reifengeschäft damals allein den gesamten Unternehmenswert von rund 17 Mrd. Euro abdeckte. Den beiden übrigen Geschäftsbereichen wurde vom Markt somit praktisch kein Wert beigemessen.

Die Lage bei Aumovio bleibt jedoch trotz zuletzt erzielter Fortschritte angespannt. Der Zulieferer befindet sich weiterhin mitten in einem komplexen Restrukturierungsprozess, der in vielerlei Hinsicht mit der Situation bei Forvia vergleichbar ist.

Im Reifengeschäft dürfte das Absatzwachstum sowohl im Pkw- als auch im Lkw-Segment auf absehbare Zeit begrenzt bleiben. Continental verweist jedoch darauf, dass die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen langfristig einen wichtigen Wachstumstreiber für das Geschäft darstellen dürfte.