Berlin, 24. Mrz (Reuters) - Bei der Aufarbeitung des Dieselskandals bei Volkswagen bittet der Autozulieferer Continental seine Aktionäre um Zustimmung zu einem Vergleich mit ehemaligen Vorständen und den Management-Haftpflichtversicherern des Konzerns. Erst mit dem Ja der Aktionäre werde die Einigung wirksam und die Versicherer zahlten 43,7 Millionen Euro aus, hieß es in der Einladung zur Hauptversammlung, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Aus Sicht von Continental sei das das bestmögliche Ergebnis, teilte das Unternehmen mit. "Mit Zustimmung der Aktionäre kann Continental das Diesel-Kapitel weitgehend abschließen und den Blick voll auf seine Zukunft als reiner Reifenhersteller richten."

Der Dieselskandal hat Continental insgesamt knapp 300 Millionen Euro gekostet. Dazu zählen ein Bußgeld der Staatsanwaltschaft Hannover und die Kosten für die interne Aufarbeitung des Skandals. Die abgespaltene Antriebssparte Vitesco, die inzwischen zum Herzogenauracher Autozulieferer Schaeffler gehört, zahlte davon 125 Millionen Euro an Continental. Im Gegenzug erhält Schaeffler nun die Hälfte der von den Versicherern gezahlten Vergleichssumme.

Continental hatte für den Schaden die D&O-Versicherer der ehemaligen Vorstandschefs Karl-Thomas Neumann, Manfred Wennemer und Elmar Degenhart sowie drei weiterer Ex-Vorstände in Anspruch genommen. Bei D&O-Policen ("Directors & Officers") zahlen die Unternehmen selbst die Beiträge und sichern sich damit gegen kostspielige Fehlentscheidungen ihrer Manager ab.

Für Continental ist mit dem Vergleich ein weiterer Meilenstein in der Abwicklung des Dieselskandals geschafft. Noch offen sind Schadenersatzansprüche, die das Unternehmen bei einem ehemaligen Rechtsberater geltend gemacht hat. Continental war an der Entwicklung der Motoren und der dazu gehörenden Software beteiligt, die im Mittelpunkt des Dieselskandals bei Volkswagen standen. Europas größter Autobauer hatte 2015 zugegeben, eine illegale Software in Dieselmotoren verbaut zu haben. Diese sorgte dafür, dass das Auto Abgasgrenzwerte unter Testbedingungen zwar einhielt, auf der Straße aber ein Vielfaches an giftigem Stickoxid ausstieß. Die Aufarbeitung des Dieselskandals kostete Volkswagen bisher mehr als 30 Milliarden Euro, vor allem für Strafen und Schadenersatz in den USA.

(Bericht von Christina Amann und Alexander Hübner. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter Berlin.Newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder Frankfurt.Newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)