Natürlich ist seitdem viel Zeit vergangen. Die Aktionäre von damals mussten allerdings bis Ende 2025 warten, ehe die Cisco-Aktie ihre damaligen Höchststände wieder erreichte.

Der Netzwerkausrüster, der das technische Rückgrat der IT-Infrastruktur großer Unternehmen liefert und sich schrittweise stärker auf Dienstleistungen und Software ausgerichtet hat, galt bekanntlich als die perfekte Verkörperung der Dotcom-Spekulationsblase – einer Blase, deren Neuauflage manche Beobachter heute im Zusammenhang mit KI erkennen wollen.

Damals überrollte die Internetwelle die Welt ähnlich wie heute der KI-Boom. Cisco schien dazu bestimmt, den gesamten Planeten zu vernetzen und auf unbegrenzte Zeit davon zu profitieren. Veteranen der Märkte erinnern sich daran, dass das Unternehmen damals Gewinnwachstumsraten von mehr als 60 % pro Jahr erzielte und zeitweise mit dem 200-Fachen seines Gewinns bewertet wurde.

25 Jahre später bleibt es selbstverständlich dem Leser überlassen, mögliche Parallelen zu heutigen Entwicklungen zu ziehen.

Cisco, das gestern seine Zahlen für das dritte Quartal vorlegte, dürfte 2026 das stärkste Wachstum seit der Finanzkrise 2008 erzielen. Auch das wird erneut Raum für gewisse Analogien lassen.

Neustart oder nur vorübergehende Schönwetterphase? Für Cisco ist die Entwicklung jedenfalls eine gute Nachricht. Denn inflationsbereinigt stagniert der Umsatz des Konzerns seit zehn Jahren, während der operative Gewinn deutlich unter Druck geraten ist. Dass der Gewinn je Aktie dennoch spürbar zulegte, liegt ausschließlich an umfangreichen Aktienrückkäufen, durch die die Zahl der ausstehenden Aktien innerhalb eines Jahrzehnts um ein Fünftel reduziert wurde.

Über weite Teile des vergangenen Jahrzehnts wurde Cisco mit dem 15-Fachen des Gewinns und einer Dividendenrendite zwischen 3 % und 4 % bewertet – typisch für einen reifen, kaum noch wachsenden Konzern mit dominanter Marktstellung.

Zuletzt hat sich diese Bewertung jedoch deutlich aufgeheizt: Inzwischen liegt sie bei mehr als dem 25-Fachen des Gewinns, während die Dividendenrendite auf ein mageres Niveau zurückgefallen ist.