Der rasante Ausbau von Infrastruktur für künstliche Intelligenz durch US-Technologiekonzerne wie OpenAI, Alphabet und Microsoft hat einen Großteil des weltweiten Angebots an Speicherchips absorbiert. Dadurch sind die Preise gestiegen, da die Hersteller Komponenten mit höheren Margen für Rechenzentren gegenüber Konsumgütern bevorzugen.
Cisco stellt die essenzielle Hochgeschwindigkeits-Netzwerkinfrastruktur bereit – mit Switches und Routern, die von verschiedenen Arten von Speicherchips angetrieben werden –, die als Grundlage für Rechenzentren mit KI-Anwendungen dient.
"Starke Nachfrage und beschleunigtes Umsatzwachstum waren in diesem Quartal klare Pluspunkte für Cisco, aber die gedrückten Margen haben dem Bericht definitiv etwas Glanz genommen", sagte Jake Behan, Leiter Kapitalmärkte bei Direxion. "Das Tempo, mit dem Cisco etwaige Auftragsrückstände monetarisieren und in tatsächlichen Umsatz umwandeln kann, wird im zweiten Halbjahr im Fokus stehen."
Der Netzwerkausrüster meldete für das zweite Quartal eine bereinigte Bruttomarge von 67,5%, unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 68,14%, wie aus von LSEG zusammengestellten Daten hervorgeht.
Als Reaktion auf die jüngsten Preiserhöhungen bei Speichern hat Cisco bereits eigene Preise angehoben und überarbeitet zudem die Vertragsbedingungen mit Partnern und Kunden, erklärte CEO Chuck Robbins in einer Telefonkonferenz mit Investoren. Die Aktie des Unternehmens ist in diesem Jahr bislang um über 11% gestiegen, nachdem sie 2025 bereits um 30% zugelegt hatte, da die Wall Street auf Ciscos Potenzial setzt, von den hohen KI-Ausgaben mit seinen Netzwerklösungen für Rechenzentren zu profitieren.
"Angesichts der starken Nachfrage nach unseren Silicon-One-Systemen und Optiken erwarten wir nun, KI-Bestellungen von über 5 Milliarden US-Dollar entgegenzunehmen und im Geschäftsjahr 2026 über 3 Milliarden US-Dollar an KI-Infrastrukturumsatz von Hyperscalern zu realisieren", fügte Robbins hinzu.
Cisco erwartet nun für 2026 einen Umsatz zwischen 61,2 Milliarden und 61,7 Milliarden US-Dollar, verglichen mit der bisherigen Prognose von 60,2 Milliarden bis 61 Milliarden US-Dollar.
Das Unternehmen meldete für das zum 24. Januar beendete Quartal einen Gesamtumsatz von 15,35 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 15,12 Milliarden US-Dollar.



















