Der Durchbruch fügt sich in den Strategiewechsel der chinesischen Automobilindustrie ein, die sich in diesem Jahr weg von reinen Kostensenkungen und hin zu wertorientierten Innovationen bewegt, so CEO David Li.
"Wenn sich die Branche ausschließlich auf die Preisgestaltung konzentriert, fließen die Anstrengungen unverhältnismäßig stark in Kosteneinsparungen, wodurch Chancen für bessere Lösungen mit höherer Wertschöpfung geopfert werden", erklärte Li gegenüber Journalisten.
Hesais neuer EXT-Lidar, der auf dem hauseigenen Picasso-Chip basiert, ist laut Mitbegründer Sun Kai das branchenweit erste Gerät, das räumliche Erfassung und Farberkennung in einem System integriert. Dies gab er auf einer Veranstaltung in Shanghai bekannt.
Die Massenproduktion soll noch in diesem Jahr anlaufen, wobei das Produkt ab 2027 in Flaggschiff-Modellen Premiere feiern wird, fügte Sun hinzu.
ZULIEFERER FÜR CHINA UND DARÜBER HINAUS
Hesai beliefert Chinas führende Elektroauto-Hersteller, darunter Li Auto, Xiaomi und BYD. Laut dem Gasgoo Automotive Research Institute konnte das Unternehmen im Jahr 2025 einen Marktanteil von über 40 % erobern.
Außerhalb Chinas fungiert Hesai als Hauptlieferant für die fortschrittlichen Fahrerassistenzsysteme von Nvidia, die unter anderem von Automobilherstellern wie Mercedes eingesetzt werden.
Dennoch wurde Lidar bis 2025 laut dem chinesischen Automobilverband (CAAM) weltweit nur in 3 % aller Fahrzeuge verbaut, und nicht jeder Hersteller hält die Technologie für notwendig.
Tesla beispielsweise setzt bevorzugt auf reine Kamerasysteme, und Xpeng kündigte im vergangenen Jahr an, Lidar bei neuen Modellen zugunsten von KI-gesteuerten Technologien zu entfernen.
Sun sieht jedoch erhebliches Wachstumspotenzial für Lidar (Light Detection And Ranging), das Licht zur Positionsbestimmung nutzt. Durch die Integration von Farben kann das System nun beispielsweise eine rote von einer grünen Ampel unterscheiden.
Neben Lidar-Systemen für Fahrzeuge visiert Hesai mit dem neuen, weinflaschenförmigen Handgerät Kosmo einen breiteren Markt im Bereich der physischen KI an. Das Gerät ist darauf ausgelegt, reale 3D-Daten zu sammeln, um "digitale Zwillinge" physischer Räume zu erstellen.
Das System soll die Entwicklung physischer KI-Systeme, einschließlich humanoider Roboter, unterstützen, indem es ihnen ein besseres Verständnis realer Umgebungen ermöglicht, so Chief Technology Officer Xiang Shaoqing. Einen Zeitplan für die Markteinführung von Kosmo nannte Hesai nicht.
Die Ankündigung des neuen Lidar-Sensors erfolgte im Vorfeld der weltweit größten Automesse, die nächste Woche in Peking beginnt und auf der mehr als 100 Marken modernste Technologien präsentieren werden. (Berichterstattung durch das Shanghai Newsroom; Redaktion durch Barbara Lewis)


















