GWM gehörte zu den ersten chinesischen Automobilunternehmen, die in Europa starteten, und sorgte auf der IAA 2021 in München mit einer stark auf Elektrofahrzeuge ausgerichteten Modellpalette für Aufsehen. Dennoch gelang es dem Unternehmen nicht, in dem hart umkämpften Marktumfeld nennenswerte Marktanteile zu gewinnen.
Im Zuge der neuen Europa-Offensive wird der Vertrieb in den kommenden 12 Monaten in 13 europäischen Märkten aufgenommen.
"Wir wollen in keinem Markt der Welt zu den Verlierern gehören", erklärte Parker Shi, Präsident von GWM International, gegenüber Journalisten im Technologiezentrum des Unternehmens in Baoding, China. "Wir kehren zurück und werden mit den richtigen Produkten antreten."
Während jüngere chinesische Marktteilnehmer wie BYD, die Chery-Marken Jaecoo und Omoda sowie Leapmotor im Jahr 2025 ein rasantes Wachstum in Europa verzeichneten, brachen die Absatzzahlen von GWM im Jahr 2024 um 25,4 % und im Jahr 2025 um fast 30 % auf lediglich 3.500 Fahrzeuge ein.
Angesichts stagnierender Absatzzahlen in China forcieren die heimischen Hersteller ihre Expansion nach Europa sowie in die Schwellenländer.
Bei seinem erneuten Vorstoß in Europa setzt GWM auf einen breiteren Mix an Fahrzeugtypen und Antriebsarten - einschließlich Hybriden und Verbrennermodellen sowie Elektrofahrzeugen. Den Anfang macht in der ersten Jahreshälfte 2026 der Ora 5, ein Kleinwagen für den städtischen Raum, der als Elektroauto, Benziner und Hybrid erhältlich sein wird.
Noch in diesem Jahr plant das Unternehmen die Markteinführung des SUV Jolion Max sowie des Geländewagens H7.
Derzeit ist GWM in neun europäischen Märkten vertreten, darunter Großbritannien und Deutschland. Laut Thiemo Jahnke, Marketingdirektor für Europa, wird der Automobilhersteller im Juni mit dem Verkauf in Italien und Spanien beginnen, gefolgt von Polen im Juli. In den darauffolgenden 12 Monaten sollen zehn weitere Märkte erschlossen werden.
Europa spielt eine entscheidende Rolle für das ehrgeizige Ziel von GWM, den Auslandsabsatz bis zum Ende des Jahrzehnts auf eine Million Fahrzeuge zu verdoppeln.
Das Unternehmen hat angekündigt, bis 2029 ein Werk in Europa mit einer jährlichen Produktionskapazität von 300.000 Fahrzeugen errichten zu wollen. Laut GWM-CEO Mu Feng ist die Entscheidung über den Standort noch nicht gefallen, man ziehe jedoch Mittel- und Südeuropa in Betracht.
Der Branchenanalyst Felipe Munoz merkte an, dass GWM durch die Konzentration auf verschiedene Antriebsarten über ein deutlich wettbewerbsfähigeres Portfolio verfüge als beim ersten Markteintritt. Er gab jedoch zu bedenken, dass einige der für Europa geplanten Modelle, wie der große Geländewagen Tank 300, für viele europäische Käufer ungeeignet sein könnten.
Branchenexperten weisen darauf hin, dass es für GWM angesichts der Vielzahl chinesischer Konkurrenten, die nach Europa drängen, immer schwieriger wird, sich auf dem Kontinent zu behaupten.
"Es gibt bereits zu viele chinesische Automobilhersteller in Europa", so Munoz. "Es wird ihnen schwerfallen, sich voneinander zu differenzieren."


















