Berlin, 09. Jan (Reuters) - Die hartnäckige Schwäche in China und ein Rückschlag in den USA haben dem Münchner Autobauer BMW zum Jahresende einen Absatzrückgang eingebrockt.

Insgesamt wurden im vierten Quartal nur noch 667.981 Autos und Motorräder der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce an die Kunden übergeben, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Das sind 4,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Einen noch stärkeren Rückgang verhinderte eine starke Nachfrage in Deutschland, wo BMW ein Plus von 14,4 Prozent schaffte. Für das Gesamtjahr meldeten die Münchner einen weltweiten Absatz von 2,46 Millionen Autos, was einem Wachstum von 0,5 Prozent entspricht.

Der Vorstand selbst hatten sich ein leichtes Absatzwachstum als Ziel gesteckt. Darunter versteht BMW ein Plus von bis zu knapp fünf Prozent. Dass dieses Ziel im Gesamtjahr erreicht wurde, liegt vor allem an der Kleinwagenmarke Mini. Hier legten die Verkäufe 2025 um 17,7 Prozent zu, vor allem dank einer starken Nachfrage nach den Elektromodellen. Bei der Kernmarke BMW ging es dagegen um 1,4 Prozent abwärts auf 2,17 Millionen Autos, auch Rolls-Royce und die Motorradsparte verzeichneten ein Minus. Dennoch sei es gelungen, die Segmentführerschaft bei Premiumautos gegen Audi und Mercedes-Benz zu verteidigen, erklärten die Münchner.

In China sind westliche Autobauer seit längerem unter Druck. Dort tobt ein Preiskrieg bei Elektroautos, zugleich verlieren Verbrenner an Beliebtheit. Erstmals wurden nach Angaben des chinesischen Branchenverbandes CPCA im vergangenen Jahr mehr elektrifizierte Fahrzeuge - zu denen neben Elektroautos auch Plug-In-Hybride gehören - verkauft als reine Benzin- oder Dieselwagen. BMW verkaufte 2025 in der Volksrepublik nur noch 625.527 Fahrzeuge, das sind 12,5 Prozent weniger als 2024. Für das vierte Quartal meldeten die Münchner sogar ein Minus von 15,9 Prozent.

In den USA wurden trotz der Zölle von US-Präsident Donald Trump mit 417.638 Autos im Gesamtjahr fünf Prozent mehr abgesetzt. Allerdings hinterließen die Abgaben ihre Spuren: Im vierten Quartal sank der Absatz um 4,6 Prozent. BMW betreibt sein weltweit größtes Werk in Spartanburg, dort werden die großen SUV-Modelle gefertigt, die in den USA besonders beliebt sind. Limousinen werden dagegen importiert.

Deutlich besser lief es dagegen in Europa. Hier lag das Absatzplus im Gesamtjahr bei 7,3 Prozent auf gut eine Million Fahrzeuge, im vierten Quartal waren es vier Prozent mehr Autos und Motorräder. Vertriebschef Jochen Goller verwies insbesondere auf die starke Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen: Inzwischen sei rund jeder vierte verkaufte BMW ein Elektroauto. Das stimme den Dax-Konzern zuversichtlich, die CO2-Emissionsziele für 2025 zu erreichen. 2026 erhoffen sich die Münchner weiteren Schub von den Elektroautos der Neuen Klasse, von denen als erstes der vollelektrische iX3 auf den Markt kommt.

(Bericht von Christina Amann, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter Berlin.Newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder Frankfurt.Newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)