Reuters hatte am Mittwoch unter Berufung auf Quellen berichtet, dass ByteDance, Alibaba und Tencent die Erlaubnis erhalten haben, insgesamt mehr als 400.000 H200-Chips zu erwerben.
Nvidia-CEO Jensen Huang erklärte am Donnerstag vor Reportern in Taipeh, dass sein Unternehmen keine entsprechenden Informationen erhalten habe. Er fügte hinzu, er gehe davon aus, dass China die Lizenz noch finalisiere. Nvidia reagierte nicht auf eine Anfrage zur Genehmigung für DeepSeek.
Die chinesischen Ministerien für Industrie und Handel haben laut den Quellen allen vier Unternehmen Genehmigungen erteilt, jedoch unter der Auflage, dass noch in Ausarbeitung befindliche Bedingungen gelten. Diese Bedingungen werden laut einer der Personen von der staatlichen Planungskommission, der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), festgelegt.
Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie, das Handelsministerium sowie die NDRC beantworteten Anfragen nach einer Stellungnahme nicht.
DeepSeek, das Anfang vergangenen Jahres die globale Tech-Branche aufschreckte, indem es KI-Modelle zu einem Bruchteil der Kosten von US-Konkurrenten wie OpenAI auf den Markt brachte, reagierte ebenfalls nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.
Der H200, Nvidias zweitstärkster KI-Chip, hat sich zu einem zentralen Streitpunkt in den Beziehungen zwischen den USA und China entwickelt. Trotz starker Nachfrage chinesischer Unternehmen und US-Genehmigung für den Export stellt Pekings Zögern bei der Importfreigabe das Haupthemmnis für Lieferungen dar.
Die USA haben Anfang dieses Monats offiziell den Weg für den Verkauf des H200 von Nvidia nach China freigemacht, wo das Unternehmen auf großes Interesse stößt. Die endgültige Entscheidung über die Einfuhr liegt jedoch bei den chinesischen Behörden.
Jegliche Käufe von H200-Chips durch DeepSeek könnten die Aufmerksamkeit von US-Gesetzgebern auf sich ziehen. Reuters berichtete am Mittwoch, dass ein ranghoher US-Abgeordneter Nvidia beschuldigt habe, DeepSeek bei der Entwicklung von KI-Modellen unterstützt zu haben, die später vom chinesischen Militär eingesetzt worden seien, wie aus einem Schreiben an US-Handelsminister Howard Lutnick hervorgeht.
DeepSeek wird voraussichtlich Mitte Februar sein nächstes KI-Modell V4 mit erweiterten Programmierfähigkeiten vorstellen, berichtete The Information bereits Anfang des Monats.




















