Der Dialog zwischen den USA und China ist von entscheidender Bedeutung, um weltweit schädliche Fehlkalkulationen zu vermeiden. Dies erklärte Chinas Chefdiplomat am Samstag im Vorfeld eines mit Spannung erwarteten Gipfeltreffens zwischen den Präsidenten Xi Jinping und Donald Trump in diesem Monat.

"Ein Ausbleiben des Austauschs zwischen den beiden Nationen würde lediglich zu Missverständnissen und Fehleinschätzungen führen, die in eine Konfrontation eskalieren und der Welt schaden könnten", sagte Außenminister Wang Yi auf einer Pressekonferenz am Rande der jährlichen Parlamentssitzung in Peking.

Während sich der US-Präsident auf den Krieg konzentriert, den er und Israel gegen den Iran begonnen haben, achten Analysten auf Anzeichen dafür, ob sein Treffen mit Xi wie geplant stattfinden wird. China hatte den für Ende des Monats erwarteten Gipfel zuvor nicht offiziell angekündigt.

"Die Agenda für den hochrangigen Austausch (mit den USA) liegt auf dem Tisch", sagte Wang. "Erforderlich ist nun, dass beide Seiten gründliche Vorbereitungen treffen, um ein förderliches Umfeld für den Umgang mit bestehenden Differenzen zu schaffen", fügte er hinzu, ohne weitere Details zu nennen.

Zusätzlich zu dem seit einer Woche andauernden Iran-Krieg, bei dem laut Teheran der Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei und mehr als 1.300 weitere Menschen im Land getötet wurden, autorisierte Trump im Januar die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro. Dies stellt Pekings Engagement für seine strategischen Partner auf die Probe.

Wang schien Kritik an Trumps "Donroe-Doktrin" zu üben – seiner Neuausrichtung einer Politik aus dem 19. Jahrhundert, die Washingtons Einflusszone in Amerika geltend macht. Dies stellt eine harte Prüfung für Xis Prestigeprojekte dar, darunter die Infrastrukturinitiative "Neue Seidenstraße" sowie globale Sicherheitsinitiativen.

"Wenn China, wie einige traditionelle Großmächte, darauf aus wäre, Einflusssphären in seiner Nachbarschaft abzustecken, Blockkonfrontationen zu schüren oder gar Probleme auf seine Nachbarn abzuwälzen, wäre Asien dann noch so stabil wie heute?", sagte Wang. Die USA nannte er dabei nicht namentlich.

Trump hat zudem mit militärischen Maßnahmen gegen Kolumbien und Mexiko gedroht und erklärt, Kubas kommunistisches Regime sehe aus, als stünde es kurz vor dem Zusammenbruch. Dies wirft für lateinamerikanische Länder die Frage auf, inwieweit ihre Beziehungen zu China sie im Ernstfall schützen könnten. (Berichterstattung von Liz Lee und Xiuhao Chen; Redaktion von Joe Cash; Lektorat von William Mallard)