ESSEN (awp international) - Der Chemikalienhändler Brenntag will nach einem Gewinnrückgang im vergangenen Jahr weniger an die Aktionäre ausschütten. Der Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung eine Dividende von 1,90 Euro je Aktie für das Gesamtjahr 2025 vorschlagen, wie der Dax-Konzern am Mittwoch überraschend mitteilte. Analysten hätten im Schnitt eine Dividende von 1,95 Euro auf dem Zettel. Vor einem Jahr hatte Brenntag die Dividende mit 2,10 Euro je Aktie trotz eines Ergebnisrückgangs noch stabil gehalten. Die Aktie verlor zuletzt gut ein Prozent.
Der Dividendenvorschlag liege über der Obergrenze der bestehenden Dividendenpolitik des Unternehmens, hiess es weiter. Diese sehe eine Ausschüttungsquote von 35 bis 50 Prozent des auf die Aktionäre entfallenden Konzernergebnisses nach Steuern vor. Nach vorläufigen Berechnungen habe dieses Ergebnis im vergangenen Jahr 265 Millionen Euro betragen. Auf die Aktionäre war 2024 ein Nettogewinn von gut 536 Millionen Euro entfallen.
Das Ergebnis 2025 sei von nicht-zahlungswirksamen Wertminderungen und weiteren Sondereinflüssen in Höhe von insgesamt 248 Millionen Euro belastet worden, teilte Brenntag weiter mit. Deshalb stütze sich der Dividendenvorschlag vor allem auf den um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) und den freien Barmittelzufluss. Das operative Ergebnis habe 2025 nach vorläufigen Berechnungen 929 Millionen Euro betragen, nach 1,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Free Cashflow habe hingegen um 5,4 Prozent auf 941 Millionen Euro zugelegt.
Nach Einschätzung von Suhasini Varanasi von der US-Investmentbank Goldman Sachs entspricht der schwache Jahresausklang 2025 den Berichten der anderen Chemiehändler Azelis und IMCD. In der kommenden Woche erwartet die Expertin im Zuge des vollständigen Geschäftsberichts vor allem Signale zum aktuellen Geschäftsverlauf. Den Geschäftsbericht für 2025 will das Unternehmen am 12. März veröffentlicht./mne/mis/stk
Die Brenntag SE ist der weltweit Marktführer im Bereich Vertrieb von industriellen Chemieprodukten und Spezialchemikalien (organische und anorganische chemische Produkte, Lösungsmittel, Plastik, Harze, Additive, Lacke, usw.). Darüber hinaus bietet der Konzern Dienstleistungen in den Bereichen Lagerung, Verpackung, Mischungen nach Maß, Logistik-Verwaltung, Assistenz und Schulung.
Ende 2025 verfügte der Konzern über knapp 600 Vertriebsstandorte auf der ganzen Welt.
Die geografische Verteilung sieht aus wie folgt: Deutschland (7,1%), Vereinigte Staaten (34,1%), Vereinigtes Königreich (5,4%), China (4,5%), Kanada (3,9%), Italien (3,8%), Polen (3,4%), Frankreich (3,3%) und Sonstige (34,5%).
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Investment
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Qualität der Veröffentlichungen
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ESG MSCI
ESG MSCI
Der MSCI-ESG-Score bewertet die Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistung eines Unternehmens nach der Methodik von MSCI. Er ordnet das Unternehmen im Vergleich zu seinen Branchenkollegen auf einer Skala von CCC (sehr schwach) bis AAA (ausgezeichnet) ein. Dieser Score wird von Anlegern genutzt, um nicht-finanzielle Kriterien in ihre Entscheidungen einzubeziehen.