Cassa Depositi e Prestiti (Cdp) und die State Grid Corporation of China stehen vor der Verlängerung ihres Aktionärsbindungsvertrags bei Cdp Reti. Die Holding hält strategische Beteiligungen an Snam, Terna und Italgas, ungeachtet der Bedenken einiger italienischer Regierungsvertreter hinsichtlich des Einflusses Pekings auf Schlüsselwerte des italienischen Stromnetzes.

Wie aus informierten Kreisen verlautete, wird sich der Ende November auslaufende Pakt automatisch verlängern, da keine der Parteien von der Option zum Rücktritt sechs Monate vor Ablauf der Frist Gebrauch gemacht hat.

Die Befürchtungen der italienischen Regierung bezüglich einer chinesischen Einflussnahme auf zentrale Energieanlagen rückten bereits im vergangenen November in den Fokus, als Snam Pläne zur Übernahme einer Beteiligung an Deutschlands größtem unabhängigen Gastransportunternehmen aufgrund des Widerstands der deutschen Behörden aufgeben musste.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte sich laut damaligen Berichten von Reuters gegen die Transaktion ausgesprochen, da die State Grid Corporation of China als indirekter Investor an Snam beteiligt ist.

Sowohl Rom als auch Berlin sind bestrebt, dem wachsenden industriellen und politischen Einfluss Chinas in Europa entgegenzuwirken, während sie gleichzeitig versuchen, die für die Industrie beider Länder wesentlichen Wirtschaftsbeziehungen zu Peking aufrechtzuerhalten.

Im Jahr 2014 veräußerte die Cdp einen Anteil von 35% an Cdp Reti an die State Grid Corporation of China. Die Holding hält 31,4% an Snam, 29% an Terna und rund 26% an Italgas, dem führenden Gasverteiler in Italien.

Qinjing Shen, Vertreter des chinesischen Staatskonzerns, ist Mitglied in den Verwaltungsräten von Snam, Terna, Italgas und Cdp Reti.

Seine Präsenz in allen drei Gremien verschafft ihm Einblick in die italienischen Aktivitäten im Energiesektor. Dies schürt in Regierungskreisen die Sorge, dass der chinesische Aktionär die Expansionspläne der Unternehmen behindern könnte.

Die italienischen 'Golden Power'-Regelungen zum Schutz strategischer Vermögenswerte greifen im Fall von Cdp Reti nicht, da die Verlängerung eines bestehenden Governance-Pakts nicht in den Anwendungsbereich der Gesetzgebung fällt.

Die Quellen betonten jedoch, dass die Vereinbarung den Handlungsspielraum von State Grid bei Cdp Reti einschränkt und somit die strategischen Interessen Italiens in den drei Gesellschaften gewahrt bleiben.

(Übersetzt von Greta Colombo, Redaktion Andrea Mandalà)