Der Umsatz im ersten Quartal stieg auf vergleichbarer Fläche um 2,2% gegenüber dem Vorjahr auf 21,08 Milliarden Euro. Damit blieb das Ergebnis hinter den Erwartungen des Konsensus zurück, der von 21,83 Milliarden Euro ausgegangen war.

In Frankreich verzeichneten die Erlöse ein flächenbereinigtes Plus von 1,4% auf 11,14 Milliarden Euro und lagen damit leicht über den Prognosen von 11,11 Milliarden Euro (+1,65%).

Brasilien belastete die Performance mit einem Rückgang der vergleichbaren Umsätze um 0,8%, bedingt durch eine schwache Nachfrage und schwierige makroökonomische Rahmenbedingungen. Während die Lebensmittelumsätze dort weitgehend stabil blieben, drückte das Non-Food-Geschäft weiterhin auf die Aktivität.

In den übrigen Regionen verzeichnete Belgien ein moderates Wachstum von 0,8%, während Polen mit -2,9% rückläufig blieb. Argentinien hingegen wies ein kräftiges Plus bei den vergleichbaren Umsätzen von 23,6% aus, getragen von Marktanteilsgewinnen trotz rückläufiger Volumina. Angesichts dieser Dynamik bestätigt Carrefour sämtliche Finanzziele für 2026. Die Gruppe rechnet mit einem Anstieg des operativen Ergebnisses (EBIT) und einer Verbesserung der operativen Marge um mehr als 25 Basispunkte im Vergleich zu 2025. Der Netto-Free-Cashflow soll über den im Vorjahr erzielten 1,6 Milliarden Euro liegen, während das bereinigte Nettoergebnis je Aktie im oberen einstelligen Prozentbereich wachsen dürfte.

Seit Ende Februar beobachtet Carrefour die Lage im Nahen Osten genau. Zum jetzigen Zeitpunkt stellt der Konzern keine signifikanten Auswirkungen fest, weder auf die Konsumgewohnheiten noch auf den Geschäftsbetrieb. Das Unternehmen gibt an, in engem Kontakt mit seinen Franchisepartnern in der Region zu stehen und bereit zu sein, sich jeglicher Entwicklung anzupassen, während es seine Bemühungen zur Stärkung der Kaufkraft der Verbraucher fortsetzt.

Oddo BHF stuft auf Neutral hoch

Insgesamt bewertet Oddo BHF den Jahresauftakt als gut orientiert und im Einklang mit den bei den Jahresergebnissen 2025 kommunizierten Botschaften. Dies gelte insbesondere für den schrittweisen Erfolg der Sanierung von Cora sowie die Fortsetzung der Preisoffensiven zur Verringerung des Abstands zum Wettbewerb, was die Marktanteilsgewinne stütze.

In diesem Umfeld erscheint die Gruppe, die weder von KI-bezogenen Herausforderungen noch derzeit von der Lage im Nahen Osten beeinträchtigt wird, besser aufgestellt als 2021, um einer möglichen neuen Inflationsphase zu begegnen. Dies sei vor allem internen Hebeln (Cora/Match) und einem günstigen Wechselkurseffekt in Brasilien zu verdanken.

Oddo BHF hebt daher das Votum von 'Underperform' auf 'Neutral' an und erhöht das Kursziel von 12 Euro auf 15 Euro. Dabei wurde insbesondere eine Senkung des Beta-Faktors um 20 Basispunkte berücksichtigt, was eine moderatere Risikowahrnehmung widerspiegelt.

Der Broker betont jedoch, dass die Frage nach der Entwicklung der französischen Marktstruktur, insbesondere rund um Casino und Auchan, offen bleibt. In Erwartung einer wahrscheinlichen Konsolidierung erscheinen die Fundamentaldaten und die Positionierung der Gruppe dennoch solider.

AlphaValue wiederum ist der Ansicht, dass die operative Performance von Carrefour im ersten Quartal 2026 leicht über den Markterwartungen liegt: 'In Frankreich gewinnt Carrefour weiterhin Marktanteile, insbesondere dank der guten Entwicklung der von Cora und Match übernommenen Filialen. Die Gruppe profitiert zudem von einer verbesserten Preiswettbewerbsfähigkeit nach zwei Preissenkungswellen im Frühjahr und der Umsetzung von 'Selbstkostenpreis'-Aktionen'.