Der dänische Brauereikonzern Carlsberg hat am Mittwoch einen um 5% gestiegenen operativen Jahresgewinn gemeldet, der die Prognosen übertraf, und einen möglichen Börsengang seiner indischen Tochtergesellschaft in Aussicht gestellt, was die Aktien des Unternehmens steigen ließ.

Der weltweit drittgrößte Brauer nach Anheuser-Busch InBev und Heineken prognostizierte zudem für dieses Jahr ein Gewinnwachstum zwischen 2% und 6%, warnte jedoch, dass er keine Verbesserungen im weiterhin schwierigen Konsumumfeld erwarte.

Alle drei Brauereikonzerne haben Schwierigkeiten, die Absatzmengen beim Bier zu steigern, betroffen von Faktoren wie schlechtem Wetter bis hin zu geopolitischer Unsicherheit. Carlsberg, zu dessen Marken Kronenbourg 1664, Tuborg und Somersby zählen, hat sich dank der Expansion ins Softdrink-Geschäft, unter anderem durch die Übernahme des Softdrink-Herstellers Britvic, besser als einige Wettbewerber geschlagen.

Das Unternehmen erklärte am Mittwoch, dass die Vorteile aus dem Britvic-Deal, der im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde, früher als erwartet sichtbar würden. Zudem wurde ein möglicher Börsengang der indischen Sparte angesprochen und damit Medienberichte bestätigt, die seit dem vergangenen Jahr kursieren.

Analysten sagten, die Aussagen zu diesen beiden Themen hätten dazu beigetragen, dass die Carlsberg-Aktie bis 10:18 Uhr GMT um fast 4% zulegte.

INDIEN-IPO KÖNNTE SCHULDEN SENKEN

CEO Jacob Aarup-Andersen sagte, der Konzern prüfe einen Börsengang in Indien, es sei jedoch noch keine Entscheidung getroffen worden. Weitere Kommentare lehnte er ab.

Haider Anjum, Analyst bei der Jyske Bank, meinte, ein solcher Schritt könnte Carlsbergs Verschuldung nahezu auf das Ziel von unter dem 2,5-fachen des operativen Gewinns senken.

"Sobald sie ihre Entschuldungsziele erreichen, können sie wieder mit Aktienrückkäufen beginnen", sagte Berndt Maisch, Senior Fondsmanager bei Tresides Asset Management und Carlsberg-Investor, und schätzte den Erlös aus dem Verkauf von 25% des Geschäfts auf rund 5 Milliarden dänische Kronen (790,99 Millionen US-Dollar).

Carlsberg meldete für 2025 einen organischen operativen Gewinn vor Sondereinflüssen von 13,99 Milliarden dänischen Kronen und übertraf damit die Analystenerwartungen von 13,82 Milliarden Kronen.

Obwohl für das kommende Jahr weiteres Gewinnwachstum prognostiziert wird, warnte Aarup-Andersen, dass es bislang keine Anzeichen für eine wesentliche Veränderung im Konsumverhalten gebe.

Geopolitische Unsicherheiten, insbesondere im Zusammenhang mit Handelspolitik, seien der entscheidende Faktor, so Aarup-Andersen.

"Ein weiteres Jahr mit anhaltenden Veränderungen und Unsicherheiten in der Handelspolitik wird sich auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und das Verbrauchervertrauen auswirken", sagte er.

($1 = 6,3212 dänische Kronen)