Das US-Agrarunternehmen Cargill wird seine Rindfleischverarbeitungsanlage in Milwaukee, Wisconsin, dauerhaft schließen und 221 Arbeitsplätze abbauen. Dies geht aus einer Mitteilung an den Bundesstaat hervor und ist das jüngste Beispiel für die Schließung eines US-Rindfleischbetriebs angesichts steigender Kosten für Fleischverarbeiter.

Die Cargill Meat Solutions-Anlage wird laut einer von Cargill beim Wisconsin Department of Workforce Development eingereichten Mitteilung die Produktion etwa Mitte April einstellen und voraussichtlich Ende Mai vollständig geschlossen werden. Die Fabrik ist auf frisches Rindfleisch, Hackfleisch und veredelte Produkte spezialisiert, schlachtet jedoch selbst keine Rinder.

Cargill erklärte, die Maßnahme sei erfolgt, „um unser Portfolio besser an die aktuelle Kundennachfrage anzupassen und Investitionen zu priorisieren“. Die Hackfleischproduktion werde auf andere nordamerikanische Standorte verlagert, ohne Auswirkungen auf bestehende Verbraucherverträge. Das Unternehmen betreibt sieben weitere Anlagen im Bundesstaat; einige der betroffenen Beschäftigten sollen in die nahegelegene Niederlassung in Butler, Wisconsin, wechseln.

Die Schließung des Werks in Milwaukee folgt auf Ankündigungen der Wettbewerber JBS und Tyson Foods, die Ende vergangenen Jahres ebenfalls die Schließung von Rindfleischbetrieben bekanntgegeben hatten.

Die Rindfleischpreise bewegen sich weiterhin nahe an Rekordhöhen, was auf eine starke Nachfrage und ein verringertes Angebot zurückzuführen ist. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete am Freitag eine Proklamation, um die Importe von argentinischem Rindfleisch mit niedrigen Zöllen zu erhöhen.

US-Rindfleischverarbeiter machen Verluste, da das knappe Angebot an Rindern sie zwingt, höhere Preise für die Tiere zu zahlen, die sie schlachten und zu Hamburgern und Steaks verarbeiten.

Die US-Rinderherde ist auf den niedrigsten Stand seit fast 75 Jahren gefallen, da anhaltende Dürreperioden die Weideflächen austrocknen ließen. Ein Importstopp für mexikanische Rinder hat das Angebot weiter verknappt, da Washington versucht, einen fleischfressenden Parasiten fernzuhalten.