Die Pariser Börse zeigt sich seit dem Morgen volatil, profitiert jedoch von einem fulminanten Wochenstart des Nasdaq (+1,8 % mit glühenden Halbleiterwerten). Der CAC40 gewinnt rund 0,3 % hinzu und erreicht erneut die Marke von 8.000 Punkten, getragen von Capgemini, Société Générale und L'Oréal (jeweils +2 %), Arcelor (+3 %), Edenred (+3,1 %) sowie Stellantis (+3,6 %). Gebremst wird der Index hingegen von Rüstungswerten wie Thales (-1,8 %) und Safran (-1,6 %), während sich unter der Ägide der Vereinigten Staaten ein vorsichtiger Friedensplan für die Ukraine abzuzeichnen scheint (Kiews Unterhändler berichten von ,,Fortschritten" im Vergleich zur ersten Version des von Donald Trump vorgelegten 28-Punkte-Plans).
In Paris liegt der CAC seit Jahresbeginn nun 9,5 % im Plus - ein deutlich niedrigerer Wert als die noch vor zehn Tagen erzielten +14 %. Der Euro Stoxx50 gewinnt 0,6 % hinzu und steht seit dem 1. Januar bei +13 %.
Wie auch die übrigen europäischen Börsenplätze wurde der Pariser Markt in der vergangenen Woche von einem sprunghaften Anstieg der Volatilität getroffen, ausgelöst vor allem durch die Turbulenzen an der Wall Street. Dort konnten selbst die starken Quartalszahlen von Nvidia die aktuellen Zweifel an einer Überbewertung der großen US-Technologiewerte nicht zerstreuen.
Etwas überraschend markierte der am vergangenen Freitag ausgelaufene November-Termin, der eigentlich als Startrampe für die traditionelle Jahresendrallye dienen sollte, einen abrupten Stopp einer sechsmonatigen Aufwärtsserie. Die Indizes wurden schlagartig auf ihr Niveau von Anfang September zurückgeworfen.
Doch der Dezember startet an der Wall Street mit Schwung: Der S&P 500 steigt um 1 %, der Volatilitätsindex VIX sinkt um 7,5 % auf 21,70 Punkte. Dieses Szenario war angesichts des anstehenden ,,Thanksgiving" (Donnerstag, Feiertag) und ,,Black Friday" (Freitag, verkürzter Handel mit geringer Liquidität) durchaus absehbar.
Im Anschluss beginnt traditionell das ,,Window Dressing" zum Jahresende, und manche Marktbeobachter hoffen auf die klassische ,,Santa Claus Rally" - deren Auftakt am heutigen Montag im Sinne von ,,Buy the dips" erfolgen könnte.
Seit der Marktwende weist der S&P 500 nur noch einen Jahreszuwachs von etwa 11 % aus, nachdem die Gewinne seit Jahresbeginn Ende Oktober noch bei fast 19 % lagen.
Kurse vor dem anstehenden Shopping-Wochenende zu treiben, um den ,,Wealth Effect" zu verstärken, ist ein bekanntes Muster an der Wall Street, die ihre Sorgen bezüglich der hohen Bewertungen im KI-Sektor und der Konzentration auf wenige Werte dabei vorübergehend ausblendet.
Manche sehen im Rücksetzer der Märkte eine überzogene Reaktion der Investoren, die das revolutionäre Potenzial der Künstlichen Intelligenz für die kommenden Jahre noch nicht erkannt hätten. Andere gehen davon aus, dass Anleger nach dem nahezu ununterbrochenen Anstieg seit dem ,,Liberation Day" einfach Gewinne mitnehmen und vor dem Jahresende Kasse machen wollen.
Bereits morgen könnten die Karten neu gemischt werden: Dann stehen die Einzelhandelsumsätze und Erzeugerpreise für den September an, gefolgt am nächsten Tag vom BIP-Wachstum des dritten Quartals und vor allem dem viel beachteten PCE-Deflator, dem bevorzugten Inflationsmaß der US-Notenbank.
,,Es stimmt, eine Zinssenkung der Fed im Dezember würde unsere auf Wachstum und zyklische Werte ausgerichtete Positionierung stärken und eine fulminante Jahresendrallye rechtfertigen", betonten die Strategen von Citi am vergangenen Freitag.
Am Anleihemarkt entspannt sich die französische OAT mit zehn Jahren Laufzeit um zwei Basispunkte auf 3,434 %, der gleichlaufende Bund bleibt unverändert bei 2,698 %. In den USA verliert der T-Bond 2035 symbolisch einen Basispunkt auf 4,052 %, die 30-jährige Anleihe gibt um 1,6 Basispunkte auf 4,689 % nach, während die zweijährige Laufzeit um einen Basispunkt auf 3,524 % anzieht.
In London sinkt der Brent-Preis um 0,2 % auf rund 62,4 USD pro Barrel, WTI legt um 0,2 % auf 57,80 USD zu.
Der Euro zeigt sich gegenüber dem US-Dollar stabil bei etwa 1,15 USD, Gold gewinnt 0,5 % auf 4.095 USD.
Aus den Unternehmen: Thales gibt eine strategische Partnerschaft mit CNN MCO, einer Einheit von Equans France, sowie CS Group, Tochter von Sopra Steria, bekannt. Ziel ist die Modernisierung von drei amphibischen Hubschrauberträgern (PHA) der französischen Marine.
Airbus meldet, von Space Communication Technologies (SCT), dem nationalen Satellitenbetreiber Omans, den Zuschlag für den Bau des neuen Telekommunikationssatelliten OmanSat-1 vom Typ OneSat sowie das zugehörige System erhalten zu haben.
Casino kündigt ein Projekt zur Anpassung und Stärkung seiner Finanzstruktur an und strebt an, die entsprechenden Maßnahmen bis Ende des zweiten Quartals 2026 abzuschließen. Zudem wurden finanzielle Ziele im Rahmen des Plans ,,Renouveau 2030" festgelegt.
Schließlich gibt Euronext den Start des ,,European Aerospace and Defence Growth Hub" bekannt, der 15 Unternehmen aus Frankreich, Ungarn, Italien und den Niederlanden zusammenbringt, um die Lieferkette der Branche zu stärken.
















