Die vorsichtige, teils sogar trübe Eröffnung an der Wall Street (Dow Jones und S&P500 unverändert) bremst weder den Optimismus an den europäischen Börsen noch verlangsamt sie den Anstieg des CAC40, der rund eine Stunde vor Handelsschluss um 0,5% zulegt.

Die Pariser Börse wird vor allem vom Automobilsektor angetrieben: Renault (+5,3%), Stellantis (+4%) und Schneider Electric (+3,2%) führen das Feld an.

Gestern bestätigte die Verlangsamung am US-Arbeitsmarkt (ADP meldet -32.000 Stellenverluste im November) in Kombination mit einem soliden ISM-Dienstleistungsindex, der jedoch durch einen schwachen "PMI" ausgeglichen wurde, eine bessere Kontrolle der Inflation im Dienstleistungssektor. Dies stärkte die Argumente für eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed.

Am heutigen Donnerstag kam es zu einer Überraschung: Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung fiel auf 191.000 (-29.000), den niedrigsten Stand seit über drei Jahren - der Konsens hatte mit einem leichten Anstieg gerechnet. Unter 200.000 Anträgen herrscht in den USA praktisch Vollbeschäftigung, was bei anhaltender Lage zu Lohnspannungen führen könnte.

Morgen steht die Veröffentlichung des PCE-Preisindex an, der von der amerikanischen Notenbank als bevorzugtes Inflationsmaß betrachtet wird. Dieser Termin ist von entscheidender Bedeutung, weniger als eine Woche vor den geldpolitischen Entscheidungen der Institution.

Ebenfalls bemerkenswert: Die Zahl der Entlassungen ist laut den privaten Daten des Beratungsunternehmens Challenger in den USA von Monat zu Monat um die Hälfte gesunken.

Im Euroraum blieben die Einzelhandelsumsätze (CVS) für Oktober, die um 11 Uhr erwartet wurden, laut Eurostat unverändert, nachdem sie im Vormonat um 0,1% gestiegen waren. Im Jahresvergleich legte der Index um 1,5% zu (erwartet: +1,4%) - das ist mehr als doppelt so wenig wie die Wachstumsrate in den USA.

In Tokio kletterte der Nikkei-Index am Donnerstag zum Sitzungsende um mehr als 2,3%, nachdem eine erfolgreiche Auktion von Staatsanleihen die Anleger beruhigt hatte. Zu Beginn der Woche hatte Unsicherheit über die Zinsentwicklung den japanischen Anleihemarkt belastet. Die Renditen zogen dennoch weiter an: Die 10-jährige Anleihe erreichte mit 1,941% einen Rekordwert (+4,5 Basispunkte).

Auch in den USA steigen die Renditen: Die T-Bonds für 2035 legen um +3,6% auf 4,095% zu, die 2-jährigen Anleihen steigen um +3,3 Basispunkte auf 3,52%.

Im europäischen Rentenmarkt verschlechtert sich die französische 10-jährige OAT um +2,6 Basispunkte auf 3,516%, während die deutsche Bundesanleihe gleicher Laufzeit bei 2,7700% notiert (+2,5 Basispunkte) - der Spread liegt damit bei 73 Basispunkten.

Die Ölpreise steigen zum zweiten Mal in Folge, da sich die Investoren auf das ergebnislose Treffen in Moskau zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trumps Gesandtem Steve Witkoff konzentrieren. Gleichzeitig meldet Kiew die Zerstörung eines Abschnitts einer russischen Pipeline, die bereits einige Wochen zuvor Ziel eines Angriffs war.

Der Brent-Preis bleibt unverändert bei 62,7 USD, während das US-Leichtöl (WTI) um 0,1% auf knapp 59 USD zulegt. Der Euro verharrt stabil bei 1,1670 USD.

Bei den französischen Unternehmen meldet Pierre & Vacances-Center Parcs für das Geschäftsjahr 2025 einen Nettogewinn von 40,6 Millionen Euro (zuvor 28,7 Mio. EUR) und ein bereinigtes EBITDA von 181 Mio. EUR (zuvor 174 Mio. EUR), was eine strukturelle Verbesserung der Rentabilität bestätigt.

BIC gibt bekannt, dass das Unternehmen Rocketbook und seine unter Skin Creative (Inkbox und Tattly) gebündelten Tattoo-Aktivitäten bis spätestens zum ersten Quartal 2026 einstellen wird - eine Entscheidung, die nach einer eingehenden Überprüfung getroffen wurde.

Schließlich hat Havas am Donnerstag die Übernahme der britischen Agentur Bearded Kitten bekanntgegeben. Mit dieser Transaktion soll die Position im Bereich des "Erlebnis-Marketings" gestärkt werden, einem Sektor, der weltweit auf rund 128 Milliarden USD geschätzt wird.

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