Am Dienstag, dem 9. Dezember, verzeichneten der CAC40 und der Euro-Stoxx50 bereits die zehnte Sitzung in Folge, in der sie sich innerhalb eines Korridors von 1,5% bewegen, wobei die Intraday-Schwankungen 0,5% nicht überschreiten.

Der CAC40 (-0,7% bei etwa 8.050 Punkten) bleibt seit dem 25. November in einer Spanne zwischen 8.050 und 8.150 Punkten gefangen, während der Euro-Stoxx50 (-0,1% am Dienstag, der DAX unterstützt mit +0,5%) zwischen 5.650 und 5.725 Punkten notiert (mit leicht aufwärtsgerichtetem Profil).

Die Wiedereröffnung der Wall Street trägt nicht zur Entspannung bei: Der Nasdaq legt um +0,15% zu, der S&P500 um +0,25% und der Dow Jones um +0,35%, während die US-Notenbank (Fed) ihre 48-stündige FOMC-Sitzung beginnt.

Positiv an diesem Dienstag: Der abrupte Anstieg der Anleiherenditen der letzten beiden Sitzungen kommt zum Stillstand. Die Rendite der US-T-Bonds fällt um -2 Basispunkte auf 4,153%, die 30-jährigen US-Staatsanleihen um -2,8 Basispunkte auf 4,787%. Da kaum Zweifel an einer dritten Zinssenkung am morgigen Tag bestehen, wird die entscheidende Rolle dem Inhalt der neuesten Wirtschaftsprognosen der US-Notenbank zukommen.

Laut dem FedWatch-Tool der CME erwarten inzwischen mehr als 89% der Marktteilnehmer eine weitere Senkung der Leitzinsen um einen Viertelpunkt durch die Fed am Mittwoch.

"Die eigentliche Frage ist, welches Tempo der geldpolitischen Lockerung im kommenden Jahr eingeschlagen wird", erinnert Christopher Dembik, Strategieberater bei Pictet AM.

"Man wird Geduld haben müssen und wahrscheinlich auf die Ernennung des Nachfolgers von J. Powell warten, die in den kommenden Wochen erfolgen könnte, um mehr zu erfahren", fügt der Analyst hinzu.

Bei J.Safra Sarasin rechnet man mit einer weiteren "vorsorglichen" Zinssenkung am Mittwoch, doch die Teams der Schweizer Privatbank weisen auch darauf hin, dass es "deutlich schwieriger werden wird, alle derzeit in den Marktpreisen eingepreisten Zinssenkungen umzusetzen, selbst mit einem noch entgegenkommenderen Fed-Präsidenten".

In diesem Umfeld werden die Marktteilnehmer morgen jede Aussage des Fed-Chefs aufmerksam verfolgen, um ihre Wetten auf die Fortsetzung der expansiven Geldpolitik der US-Notenbank im kommenden Jahr zu verfeinern.

In der Zwischenzeit liefern die "JOLTS"-Daten weitere Argumente für Zinssenkungen: Die Zahl der offenen Stellen stieg im Oktober nur marginal, während die Einstellungen zurückgingen - ein weiteres Zeichen für die derzeitige Abkühlung des US-Arbeitsmarktes.

Die Zahl der offenen Stellen lag laut der aktuellen "JOLTS"-Umfrage (Job Openings and Labor Turnover Survey), die am Dienstag vom Arbeitsministerium veröffentlicht wurde, bei 7,67 Millionen, verglichen mit 7,66 Millionen im Vormonat.

Die Zahl der Einstellungen belief sich auf 5,37 Millionen nach 5,15 Millionen im September, wie der Bericht zeigt.

Diese Statistiken, die zur Messung der Arbeitskräftenachfrage herangezogen werden, dürften besonders aufmerksam beobachtet werden, um die Entwicklung der Beschäftigung in Abwesenheit der offiziellen monatlichen Daten des Arbeitsministeriums zu beurteilen.

Glaubt man dem Anleihemarkt, so scheint die Aussicht auf zwei weitere Zinssenkungen im Jahr 2026 alles andere als gesichert.

Die Verschlechterung ist besonders in den USA auffällig, wo die Renditen der Treasuries zuletzt deutlich gestiegen sind. Die Unsicherheit über die Aussagen der Fed veranlasst die Marktteilnehmer, langlaufende Anleihen zu verkaufen.

In Japan stagnieren die langfristigen Zinsen, eine Besserung ist jedoch nicht in Sicht (-1,2 Basispunkte auf 1,965% bei den 10-jährigen Anleihen). In Europa stieg der zehnjährige deutsche Bund, die Benchmark der Eurozone, am Montag um zehn Basispunkte auf über 2,87%, bevor er am Dienstag um -1,5 Basispunkte auf 2,852% nachgab. Die französischen OATs verloren -2,5 Basispunkte auf 3,566%.

Auch wenn die Prognosekraft der Zinsstrukturkurven berechtigterweise hinterfragt werden kann, hat das Auftreten dieses gegenläufigen Signals im Anleihebereich die Aktienmärkte gestern zu mehr Zurückhaltung veranlasst.

Da nach der Fed-Sitzung bis zum Jahresende kaum noch nennenswerte Nachrichten zu erwarten sind, könnten einige Anleger sogar dazu übergehen, ihre Positionen frühzeitig zu schließen.

Der Euro konsolidiert seitwärts bei etwa 1,1635 US-Dollar, der Ölpreis setzt seine Talfahrt fort mit -1% nach -2,5% am Vortag (Brent bei 61,9 US-Dollar, WTI bei 58,3 US-Dollar, gegenüber 56 US-Dollar Ende Oktober und Anfang Mai)... damit nähert man sich den Jahrestiefs.

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