Die Pariser Börse startet die Sitzung nahezu unverändert, nur zwei Tage vor den geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve. Diese gelten als der letzte Meilenstein, bevor das Börsenjahr erfolgreich abgeschlossen wird und der Blick bereits auf das Jahr 2026 gerichtet wird, das zahlreiche neue Herausforderungen bereithält. Der CAC40-Index bewegt sich weiterhin nahe der Marke von 8.105 Punkten und setzt damit die zurückhaltende Tendenz der vergangenen Handelstage fort.

Ein Zeichen für die zunehmende Vorsicht der Anleger nach einem bislang erfolgreichen Börsenjahr 2025: Der Pariser Markt bewegte sich in der vergangenen Woche in einer besonders engen Handelsspanne zwischen 8.040 und 8.160 Punkten, wobei die Kursausschläge stets begrenzt blieben und sich zwischen -0,1% und +0,4% bewegten.

Im Wochenverlauf verzeichnete der CAC40 einen leichten Rückgang von etwa 0,1%. Die optimistischsten Analysten betonen jedoch, dass der Leitindex nur 2,5% unter seinem historischen Rekordhoch liegt, das am 13. November mit über 8.314,2 Punkten erreicht wurde.

Ähnliche Entwicklungen sind an der Wall Street zu beobachten, wo die wichtigsten Indizes in der vergangenen Woche nur marginale Gewinne erzielten. Diese reichten jedoch aus, um sich wieder ihren Allzeithochs zu nähern - der Nasdaq liegt weniger als 2% unter seinen Höchstständen.

Vor diesem Hintergrund der Zurückhaltung ist es wahrscheinlich, dass die Anleger bis zu den Ergebnissen der letzten Fed-Sitzung des Jahres am Mittwochabend wenig aktiv bleiben. Es wird allgemein erwartet, dass die US-Notenbank zum dritten Mal in diesem Jahr die Zinsen senkt.

Sofern es keine großen Überraschungen gibt, dürfte nichts die Erwartung einer weiteren Zinssenkung um 25 Basispunkte in den USA ändern - angesichts der jüngsten Anzeichen einer Abschwächung am Arbeitsmarkt und einer besseren Kontrolle der Inflation.

Damit würde die US-Notenbank seit September 2024 insgesamt 1,75 Basispunkte an geldpolitischer Lockerung vorgenommen haben - ein Vorgehen, das außerhalb von Rezessionsphasen in den USA bislang beispiellos ist.

Auch wenn eine Zinssenkung bereits weitgehend eingepreist ist, könnte sie zusammen mit einer weiterhin lockeren Kommunikation das Interesse an risikoreichen Anlagen zum Jahresende erhöhen - eine traditionell günstige Zeit für die Börsen. Dies könnte den Weg für die berühmte "Santa Claus Rally" ebnen.

Einige Analysten halten es nicht für ausgeschlossen, dass der S&P 500 bis zum 31. Dezember die symbolische Marke von 7.000 Punkten erreicht und Anfang 2026 in Richtung 7.500 Punkte steuert - ein psychologisch wichtiges Ziel, das von vielen Strategen genannt wird.

Nach der Fed-Sitzung richtet sich der Blick zwangsläufig auf das Jahr 2026. Es wird geprägt sein durch die Ernennung eines neuen Fed-Vorsitzenden, der voraussichtlich Kevin Hassett, der langjährige Wirtschaftsberater von Donald Trump, sein wird - auch wenn die offizielle Nominierung noch aussteht.

Die Aktienmärkte begrüßen im Allgemeinen Zinssenkungen. Doch die Aussicht auf eine noch expansivere Geldpolitik unter einem Vorsitzenden, der für seine lockere Haltung bekannt ist, könnte erste Sorgen bei den Marktteilnehmern hervorrufen.

Die jüngste Häufung von Zinssenkungen birgt das Risiko, dass die weiterhin widerstandsfähige US-Wirtschaft in eine Überhitzung gerät. Dies könnte die in Washington ansässige Institution dazu zwingen, eine Pause einzulegen oder sogar die Zinsen wieder zu erhöhen - mit der Gefahr, dass die Wirtschaft erneut in eine Rezession abrutscht, warnen einige Experten.

"Wir sehen gute Gründe dafür, dass die Fed vorsichtiger wird und das Tempo der Zinssenkungen verlangsamt", prognostizierte vergangene Woche Henry Alle, Marktanalyst bei der Deutschen Bank.

Auf der Seite der Konjunkturindikatoren und Unternehmensberichte ist in den kommenden Tagen mit wenig Neuigkeiten zu rechnen. Allerdings wird der Quartalsbericht von Oracle, der für Mittwochabend erwartet wird, mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt.

Die Aktie des Softwareentwicklers war nach der letzten Veröffentlichung um fast 40% gestiegen, nachdem die Auftragslage im Cloud-Geschäft dank der starken Investitionen in Künstliche Intelligenz beeindruckte. Seitdem hat das Papier jedoch sämtliche Gewinne wieder abgegeben, da Zweifel an der Nachhaltigkeit des außergewöhnlichen Booms der US-Tech-Branche aufgekommen sind, der nun schon seit drei Jahren anhält.

Die vom kalifornischen Unternehmen anlässlich der Veröffentlichung kommunizierten Perspektiven werden daher umso genauer beobachtet.